Gefahrguttransport bei Rosenheim entgleist – der Schaden ist immens
Auf der Zugstrecke zwischen Rosenheim und Kufstein ist am Mittwochnachmittag (31. Dezember) ein Waggon eines Güterzugs entgleist. Es handelte sich um einen Gefahrgut-Transport. Der Lokführer brachte den Zug auf Höhe Raubling zum Stehen. Wie die Feuerwehr berichtet, kam zu keinem Gefahrgutaustritt. Allerdings zieht der Bahnunfall gravierende Auswirkungen auf den Bahnbetrieb nach sich.
Wie die Bundespolizei München inzwischen berichtet, war der Kesselwagen, der mit einem giftigen und leicht entzündlichen Stoff beladen war trotz der Entgleisung nicht umgekippt. Aber der Waggon wurde ersten Erkenntnissen zufolge mit seinem entgleisten Drehgestell von Rosenheim aus über mehrere Kilometer jenseits der Schienenstränge über die Gleise gezogen. Dadurch seien in diesem Abschnitt Schienen und Schwellen erheblich beschädigt worden. Wie die Bundespolizei mitteilt, dürfte der Gesamtschaden nach ersten Schätzungen in Millionenhöhe liegen.
Bergung mit Spezialgerät
Da der entgleiste Kesselwagen in das gegenüberliegende Gleis hineinragte, musste der Zugverkehr zwischen Rosenheim und Kufstein zunächst vollständig gesperrt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. In der Silversternacht auf den Donnerstag konnte der Unfallwaggon von dem Rest des Güterzuges getrennt und anschließend mittels Spezialbergegeräts aus dem Bereich des Gegengleises gehoben werden. Dadurch wurde zumindest ein eingeschränkter einseitiger Bahnbetrieb ermöglicht.
Nach Waggonentgleisung bei Rosenheim: Diese Fernstrecken sind jetzt betroffen
Nach aktuellen Informationen der Deutschen Bahn ist die Strecke zwischen Rosenheim und Kufstein derzeit weiterhin nur eingleisig befahrbar. Reisende müssen mit Verspätungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn rechnen. Betroffen sind folgende Verbindungen im Fernverkehr:
- ICE-/IC-Züge der Verbindung München - Kufstein - Schwarzach-St.Veit
- EC-/RJ-Züge der Verbindung München - Kufstein - Innsbruck
Reisende sollen sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung auf bahn.de, im DB Navigator oder bei der telefonischen Reiseauskunft 030/2970 informieren.
Betroffene sollen sich hier melden
Ob sich die notwendigen Reparaturarbeiten länger hinziehen werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht absehbar, so die Bundespolizei. Auch zur Ursache für die Entgleisungen gäbe es noch keine Informationen.
Noch während der Unfallaufnahme der Einsatzkräfte vor Ort meldeten sich mehrere Anwohner, die ihre Autos in der Nähe des Gleisbereichs abgestellt hatten, bei der Landes- und Bundespolizei. Umherfliegende Schottersteine hätten vom entgleisten Drehgestell aus ihre Pkw getroffen und beschädigt. Die Bundespolizei in Rosenheim bittet Personen, die ebenfalls von derartigen Schäden betroffen sind, diese unter der Rufnummer 08031/80262102 mitzuteilen.
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