Frustriert im Ehrenamt: Keine Anerkennung?

Der Freistaat dankt engagierten Bürgern mit der Ehrenamtskarte. In München gibt es diese leider nicht.
| Florian Zick
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Auch die Unterstützung von Kindern kann eine erfüllende ehrenamtliche Tätigkeit sein.
dpa Auch die Unterstützung von Kindern kann eine erfüllende ehrenamtliche Tätigkeit sein.

München - Christian Eder war sich sicher: Da sieht man es mal wieder, Undank ist eben doch der Welten Lohn. Der 47-Jährige engagiert sich mehrere Stunden die Woche ehrenamtlich in Münchner Seniorenzentren – und was bekommt man als Anerkennung dafür, fragt er. Nichts.

Das tatsächliche Problem mit dem Ehrenamt ist allerdings nicht, dass es kein Belohnungssystem gibt, sondern dass es gleich mehrere sind. Der Freistaat hat 2011 die „Bayerische Ehrenamtskarte“ eingeführt. Manche Kommunen haben diese einfach übernommen, manche aber eben auch nicht – so wie etwa die Landeshauptstadt München.

In München sagt die Stadt auf ihre Weise Vergelt’s Gott, mit einem Gutscheinheft. Dieses bekommt, wer sich in erwähnenswertem Umfang engagiert und dafür mit der Ehrung „München dankt“ ausgezeichnet worden ist. Allerdings: Das muss man erst mal wissen.

Christian Eder wusste es nicht und wandte sich deshalb kürzlich an den Landtagsabgeordneten Thomas Goppel (CSU). Wer sich in Starnberg, Dachau oder Freising engagiert, bekomme also die Ehrenamtskarte, zeigte sich Eder erschüttert, und wer das in München tut, gehe leer aus.

Eder ist bei Weitem nicht der Einzige, der bei diesen Parallelstrukturen durcheinander kommt. Bei ihr stünden regelmäßig Leute im Büro, die von dieser Regelung auch verwirrt seien, sagt Ute Bertel von der städtischen Koordinierungsstelle für ehrenamtliches Engagement. Man müsste wohl mehr Werbung machen für „München dankt“, sagt Bertel. Zumal das damit verbundene Gutscheinheft viel werthaltiger sei als die Bayerische Ehrenamtskarte. Jedoch sei im Zuge der kleinen Haushaltskrise vergangenen Herbst leider auch das Kommunikationskonzept gekürzt worden.

Eine andere Lücke hat die Stadt kürzlich jedoch geschlossen: Wer in München wohnt, sich aber im Umland engagiert, war bis vor Kurzem tatsächlich von jedem Anerkennungssystem ausgeschlossen. Er fiel nicht ins Raster des Freistaats und auch nicht in das der Stadt München. Aber das sei nun geregelt, sagt Bertel. Diese Leute würden nun ebenfalls mit dem Gutscheinheft von „München dankt“ bedacht.

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