Frau rettet Mann (44) vor fahrendem Zug

In Lauingen bei Dillingen setzt sich ein Mann auf ein Bahngleis – offenbar, um sich umzubringen. Was dann passiert, verblüfft sogar die Polizei.
Thomas Gautier |
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Gefahrenpunkt Bahnübergang - jetzt wäre fast ein 44-Jährige in Lauingen von einem Regionalzug überrollt worden.
Martha Schlüter Gefahrenpunkt Bahnübergang - jetzt wäre fast ein 44-Jährige in Lauingen von einem Regionalzug überrollt worden.

In Lauingen im Kreis Dillingen setzt sich ein Mann im Schneidersitz auf ein Bahngleis – offenbar, um sich umzubringen. Was dann passiert, verblüfft sogar die Polizei.

Lauingen - Sie handelt. Blitzschnell. Setzt ihr Leben aufs Spiel. Um ein Leben zu retten.

Am Dienstagabend um 22.30 rast die Regionalbahn „Agilis“ auf den Bahnhof Lauingen (Kreis Dillingen) zu. Auf dem beschrankten Bahnübergang kurz davor aber sitzt ein Mann – im Schneidersitz, mitten auf den Gleisen!

Der 44-Jährige aus Lauingen ist laut Polizei betrunken, will sich offenbar umbringen. Zwei Frauen haben bereits versucht, ihn von den Gleisen zu holen – vergeblich. Und jetzt kommt der Zug, der ihn töten wird. Der Lokführer hat den Mann zwar gesehen und die Vollbremsung eingeleitet – jedoch viel zu spät.

In diesem Moment tut eine dritte Frau, eine 20-Jährige aus Lauingen, das Unfassbare: Sie duckt sich unter die Schranke, rennt auf den Mann zu und reißt ihn vom Gleis – Sekunden später rollt die Lok über die Stelle.

Die beiden anderen Frauen haben in der Zwischenzeit die Polizei verständigt. Die holt den 44-Jährigen ab und bringt ihn zur psychiatrischen Untersuchung ins Bezirkskrankenhaus. Er hat nur ein paar Kratzer. Die 20-Jährige ist unverletzt.

Einen Tag später zeigt sich der Augsburger Polizeisprecher Marcus Kröber im Gespräch mit der AZ immer noch schwer beeindruckt vom Engagement der jungen Frau: „Ihr ist vielleicht noch nicht richtig bewusst, was sie da eigentlich gemacht hat“, sagt der Polizeioberkommissar. „Hut ab. So viel Mut – Wahnsinn!“

 

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