Kommentar

Flughafen München: Ein einziger Busfahrer hätte die Blamage verhindert

600 Passagiere mussten am Münchner Flughafen die Nacht in Flugzeugen verbringen – und die Verantwortlichen konnten am Freitag nicht einmal erklären, wie es dazu kam. Schon ein einziger Busfahrer hätte die Blamage abwenden können. Ein Kommentar von AZ-Korrespondent Ralf Müller.
Ralf Müller |
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Es ist zu chaotischen Szenen am Münchner Flughafen (Archivbild) gekommen.
Es ist zu chaotischen Szenen am Münchner Flughafen (Archivbild) gekommen. © Sven Hoppe/dpa/dpa-tmn

Sie erschienen zwar in Anzug und Krawatte, aber im übertragenen Sinn gingen die für die Flugorganisation und die Lufthansa am Münchner Flughafen zuständigen Manager in Sack und Asche, als sie am Freitag versuchten, das Übernachtungs-Desaster vom 20. Februar zu erklären.

Wohlgemerkt: versuchten. Denn es leuchtete auch nach den wortreichen Schilderungen der Umstände und Versäumnisse immer noch nicht ein, wie es dazu kommen konnte, dass 600 Menschen in Flugzeugen auf dem zweitgrößten deutschen und mit vielen Auszeichnungen überschütteten Airport übernachten mussten. Eine oder mehrere Personen, die eventuell versagt haben könnten, wurden nicht identifiziert.

Wo war der gesunde Menschenverstand?

37.000 Menschen sind am Münchner Flughafen beschäftigt. Auch wenn es zu nächtlicher Stunde nur noch wenige gewesen sein sollten, so hätte doch irgendjemandem auffallen müssen, dass es nicht in Ordnung ist, 600 Menschen über Nacht in Flugzeugen übernachten zu lassen. Offensichtlich waren die Zuständigkeits-Scheuklappen stärker als der gesunde Menschenverstand.

Dass auch die offenbar von Fluggästen informierte Bundespolizei keinen Anlass zum Tätigwerden sah, wirft weitere Fragen auf. Schon ein einziger Busfahrer hätte die Blamage abwenden können, natürlich auch Busse der Feuerwehr, der Bereitschaftspolizei oder der Rettungsdienste. Es ist auch zu hinterfragen, ob ein Nachtflugverbot so in Stein gemeißelt sein muss, dass es derartige Folgen zeitigt.

Es bleibt festzuhalten: Mitgedacht hat in dieser Nacht offenbar niemand. Wo die natürliche Intelligenz versagt, müssen Vorschriften her. So wird das auch in München sein. Der von Berlin nach dem Tag-der-Einheit-Desaster nach München abgeworbene Krisen-Manager Thomas Hoff Andersson dürfte sich seine Tätigkeit im angeblich wohlgeordneten München wohl auch anders vorgestellt.

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  • Himbeer-Toni vor 9 Minuten / Bewertung:

    Eure ganzen Kommentare sind für den Müll. Wartet doch mal ab bis Spezialuser kartoffelsalat schreibt.
    Der weiß immer und überall alles ganz genau, und wir können alle lernen.

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  • Wilhelmine vor 33 Minuten / Bewertung:

    Es ist erstaunlich, dass über eine solch lange Zeit, Euch noch keiner um Eure Kompetenz gebeten hat.
    Eure qualifizierten Kommentare müssen doch langsam mal durchsickern. Kann nicht immer um etwas banales gehen.

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  • Wilhelmine vor 38 Minuten / Bewertung:

    Auch bei den Passagieren versagt, oder warum halten die alles aus? Denke, Sie haben hier bestimmt eine sehr kluge Erklärung parat

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