Flächenverbrauch in Bayern sinkt ein weiteres Mal

Der Flächenverbrauch in Bayern ist erneut stark zurückgegangen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth berichtete, wurden 2025 im Freistaat pro Tag im Durchschnitt 8 Hektar Fläche neu überbaut. Dies ist der mit Abstand niedrigste Wert im vergangenen Jahrzehnt.
Bereits zwischen 2023 und 2024 war der Verbrauch von 12,4 auf 9,8 Hektar zurückgegangen. Der aktuelle Stand von 8 Hektar bedeutet allerdings immer noch einen erheblichen Verbrauch von Fläche. Wie das Landesamt vorrechnet, handelt es sich etwa um die Fläche von 11 Fußballfeldern, die jeden Tag zusätzlich für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen wird.
Naturschutz setzt auf Nutzung bisheriger Bauflächen
Der Flächenverbrauch in Bayern wird seit langem von Umweltschützern als zu hoch kritisiert. Sie fordern beispielsweise, eher bereits versiegelte Flächen in den Ortschaften neu zu nutzen. Dafür sollte auf neue Wohn- oder Gewerbegebiete auf der grünen Wiese am Stadtrand verzichtet werden.
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) warf der Staatsregierung daher trotz des Rückgangs vor, zu wenig für den Landschaftsschutz zu tun. Die Regierung verfehle seit Jahren das selbstgesteckte Ziel von maximal 5 Hektar Flächenverbrauch täglich.
LBV-Geschäftsführer Helmut Beran sagte, die extreme Hitze im Sommer 2026 habe wieder die Notwendigkeit von Flächenschutz bestätigt. "Feuchte Böden sind unerlässlich, um die Luft bei starker Hitze abzukühlen. Werden immer mehr Flächen versiegelt und verbaut, verschärft das die Folgen von Hitzewellen", sagte er.
Nach Angaben des Statistik-Landesamtes besteht Bayern etwa zur Hälfte aus landwirtschaftlich genutzten Flächen. Rund ein Drittel sei zudem Wald. 12,4 Prozent der Fläche Bayerns, fast 877.000 Hektar, habe im vergangenen Jahr Siedlungs- und Verkehrszwecken gedient, dies waren etwa 0,3 Prozent mehr als zuvor.