Flächendeckendes Internet trifft Funklöcher

Auch in den entlegensten Orten ist das schnelle Internet nach Angaben der bayerischen Staatsregierung endlich angekommen. Dennoch gibt es überall dort, wo das Netz einfach abbricht, weiter Grund zum Ärgern.
| dpa
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Leerrohre für Glasfaserleitungen für schnelles Internet liegen an einer Landstraße in der Baugrube. Foto: Julian Stratenschulte
dpa Leerrohre für Glasfaserleitungen für schnelles Internet liegen an einer Landstraße in der Baugrube. Foto: Julian Stratenschulte

München (dpa/lby) - Außerhalb der eigenen vier Wände ist schnelles Internet in Bayern wegen ärgerlicher Funklöcher weiterhin nicht überall selbstverständlich. Dies geht aus zwei am Donnerstag veröffentlichten Studien der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) hervor. Die häufigen Funklöcher seien für eine wachsende Zahl von Firmen weiterhin ein großes Ärgernis, heißt es dort.

Zudem wachse der Bedarf an schnellen Datenverbindungen so rasant, dass der Ausbau damit kaum Schritt halten könne. Auch an wichtigen Verkehrswegen beklagen die Firmen immer noch Funklöcher. Mehr als die Hälfte der knapp 650 befragten bayerischen Unternehmen sind mit Netzabdeckung und Geschwindigkeit der mobilen Datenverbindungen unzufrieden.

Zumindest für die Haushalte im Freistaat konnte der für den Netzausbau zuständige Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) am Donnerstag gute Zahlen verkünden: 99 Prozent aller Haushalte im Land seien an das schnelle Internet angeschlossen. "Der Freistaat hat bis heute über eine Milliarde Euro in den Breitbandausbau investiert. Wir haben unsere in 2014 gesetzten Ziele beim Breitbandausbau erreicht", sagte er in München.

Die vor fünf Jahren von Füracker und dem damaligen Finanzminister und jetzigen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) initiierte Strategie hatte das Ziel, bis 2018 flächendeckend eine Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s zu gewährleisten. "An unserem in Deutschland einzigartigen Förderprogramm beteiligen sich 2018 von 2056 Kommunen", sagte Füracker. 1780 Kommunen hätten in mehr als 2760 Förderbescheiden mehr als 1,022 Milliarden Euro erhalten. Im Förderprogramm wurden Kupferleitungen durch Glasfaser ersetzt. Das geförderte Glasfasernetz erstreckt sich inzwischen auf mehr als 48 000 Kilometer und erreicht über 758 000 Hausanschlüsse.

Da der Datenbedarf im Internet immer weiter steigt, will Bayern die Kommunen auch weiter beim Netzausbau unterstützen. "Nun geht es weiter Richtung Gigabit. Mit unserer Gigabit-Förderung sind wir Vorreiter in ganz Europa. Ziel ist eine Gigabitfähige Infrastruktur für alle Haushalte bis 2025", betonte Füracker.

Der Freistaat unterstützt die Kommunen ferner seit 2016 auch bei der Einrichtung von BayernWLAN. "Inzwischen sind nicht nur über 20 600 kostenlose Hotspots vorhanden, sondern auch über 1000 Busse im ÖPNV mit BayernWLAN in Betrieb", sagte Füracker. Allein im Juni 2019 hätten mehr als 6,7 Millionen Nutzer das Angebot genutzt.

Auch die Studien belegen, dass Bayern im Vergleich der 16 Bundesländer zwar einen Spitzenplatz beim Ausbau belegt, doch hat Deutschland insgesamt großen Nachholbedarf sowohl bei den Stationen für das Mobilfunknetz als auch bei leistungsfähigen Glasfaserkabeln.

"Ländliche Regionen sind deutlich besser versorgt als im Rest Deutschlands", sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Beim Mobilfunknetz aber hängt Deutschland Ostasien weit hinterher: So gab es in Deutschland 2018 nur neun Mobilfunk-Stationen pro 10 000 Einwohner, in Japan dagegen mehr als zehnmal so viele. Brossardt forderte den "Quantensprung" von Kupfer- zu Glasfaserkabeln und vom Funkstandard LTE zu 5G. "Bis zum Jahr 2025 muss 5G lückenlos verfügbar sein", forderte er.

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