Homophobie und Absage: Capleton und der Chiemsee Reggae Summer

Das "Chiemsee Reggae Summer"-Festival macht nach seiner Rückkehr dieses Jahr eine Pause, um sich weiterzuentwickeln. In der Vergangenheit gab es besonders mit einem Künstler Schwierigkeiten.
von  Bjarne Wolter
Der Chiemsee Reggae Summer fand dieses Jahr nach zehn Jahren wieder statt. Jetzt geht das Festival ein Jahr in die Pause.
Der Chiemsee Reggae Summer fand dieses Jahr nach zehn Jahren wieder statt. Jetzt geht das Festival ein Jahr in die Pause. © Claudius Brünn

Kleine Auszeit: Die Betreiber des "Chiemsee Reggae Summer"-Festivals haben in einem Social-Media-Post mitgeteilt, sie würden 2027 eine Pause machen. Der weiterhin hohe Kostendruck und das geänderte Freizeit- und Konsumverhalten sind demnach ausschlaggebend für die Pause, in der das Festival weiterentwickelt werden soll.

Erfolg trotz Schwierigkeiten

Der "Chiemsee Reggae Summer" soll jedoch 2028 wieder zurückkommen. Nach zehn Jahren fand das Festival 2026 erstmals wieder statt – und das mit Erfolg. Rund 10.000 Besucher gab es im Juni dieses Jahres, die an drei Tagen zu insgesamt 30 musikalischen Acts gefeiert und getanzt haben.

Trotz der hohen Besucherzahlen und des allgemeinen Erfolges des Comebacks lief nicht alles rund. Viele Besucher beschwerten sich im Juni über die zu hohen Ticketpreise. Ein Dreitagesticket inklusive Camping kostete 214 Euro, ohne Camping 169 Euro. Ein anderes Problem ergab sich aus der Absage des jamaikanischen Künstlers Capleton.

Der jamaikanische Musiker Capleton musste dieses Jahr kurzfristig absagen. Schon 2011 sorgte er mit seinen Texten für Kontroversen.
Der jamaikanische Musiker Capleton musste dieses Jahr kurzfristig absagen. Schon 2011 sorgte er mit seinen Texten für Kontroversen. © Capleton

Dieser war einer der "Headliner" und musste kurzfristig wegen "selbstverschuldeter Visaprobleme" absagen, hieß es. Capleton wurde kurzfristig durch den Musiker Mr. Vegas ersetzt. Probleme wegen Capleton hatte das Festival schon früher: 2011 sagte die deutsche Band Frittenbude ihren Auftritt auf dem damaligen "Chiemsee Reggae Summer" ab, da Capleton vorgeworfen wurde, homophobe Parolen in seinen Songtexten zu verwenden. 2028 soll das Festival wiederkommen – mit frischen Ideen.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.