Ferienbeginn in Bayern: Das große Chaos bleibt vorerst aus

Heiß, aber nicht überfüllt: Zum Ferienbeginn in Bayern geraten Reisende vielerorts ins Schwitzen, der Verkehr bricht aber vorerst nicht zusammen. Am Samstag könnte es jedoch ungemütlich werden.
| dpa
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Der Schüler Ben aus der Klasse 2A malt in seinem Klassenraum an einer Tafel mit der Aufschrift "Sommerferien". Foto: Patrick Pleul/Archivbild
dpa Der Schüler Ben aus der Klasse 2A malt in seinem Klassenraum an einer Tafel mit der Aufschrift "Sommerferien". Foto: Patrick Pleul/Archivbild

München (dpa/lby) - Für 1,66 Millionen Schüler ist am Freitag in Bayern das Schuljahr zu Ende gegangen, das befürchtete Verkehrschaos ist aber weitgehend ausgeblieben. Trotz Durchgangsfahrverboten auf Ausweichstrecken in Tirol und Salzburg hielten sich die Verzögerungen auf den Autobahnen in Österreich nach Angaben des ADAC in Grenzen.

Längere Wartezeiten mussten Autofahrer vor allem auf der Autobahn 9 von München in Richtung Norden in Kauf nehmen. Zudem stockte der Verkehr auf der A8 zeitweise zwischen dem Inntaldreieck und dem etwa 15 Kilometer entfernten Irschenberg. "Das war aber noch nicht der klassische Reiseverkehr", sagte ein ADAC-Sprecher. "Am vollsten wird es wohl am Samstag, vom Morgen bis zum Nachmittag."

Die Deutsche Bahn registrierte zwar ein "sehr hohes Reisendenaufkommen". Der Betrieb sei aber trotz leichter Verspätungen stabil, sagte ein Sprecher. Dazu beigetragen habe, dass Bahnreisende wegen der Hitze Fahrten im Fernverkehr noch bis Samstag stornieren oder bis zum 4. August verschieben können. Unter den Temperaturen bis zu 37 Grad litten nicht nur Fahrgäste in vollen Zügen, sondern auch Gleise und Signale: Zwischen Nürnberg und Treuchtlingen sowie zwischen Marktschwaben und Riem kam es zu Verspätungen und Zugausfällen.

Die Flughäfen in München und Nürnberg erwarteten am Wochenende 440 000 Passagiere. Letzterer holte sich dafür mit Aushilfen in der Gepäcksortierung und zusätzlichem Personal an den Ticketschaltern Verstärkung. Der Allgäu Airport Memmingen, der kleinste Verkehrsflughafen im Freistaat, rechnet mit 280 000 Passagieren in den Ferien, ein Plus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Einige wollten mit dem Flug nicht bis zu den Ferien warten: An den Flughäfen in Nürnberg und Memmingen kontrollierte die Polizei bei der Ausreise insgesamt neun Schulpflichtige, die schon vor dem Ende des letzten Unterrichtstags in den Urlaub fliegen wollten. Die Fälle wurden nach Polizeiangaben an die jeweiligen Schulen gemeldet. Falls sie keine Erlaubnis der Schule vorlegen können, müssen die Betroffenen mit einer Anzeige rechnen.

Für alle, die vorerst zu Hause bleiben, könnte es auch ohne Staus am ersten Ferienwochenende ungemütlich werden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ziehen am Samstag von Südwesten her Gewitter auf, die teilweise Starkregen und Sturmböen mit sich bringen. Die Temperaturen sinken auf 24 bis 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit steigt. Besonders an den Alpen ist mit teils heftigen Gewittern zu rechnen. Auch am Sonntag sollen die Temperaturen weiter fallen, in Südbayern ist mit flächendeckendem Niederschlag zu rechnen. Erst zur neuen Woche soll sich die Wetterlage etwas beruhigen.

Noch am Donnerstag hatte Kahl am Main (Landkreis Aschaffenburg) mit 40,4 Grad den bayerischen Temperaturrekord geknackt, wie der DWD am Freitag bestätigte. In Niederbayern kam es wegen Hitze und Trockenheit laut Polizei zu mehreren Flächenbränden. Die Bezirksregierung in Oberbayern ordnete Beobachtungsflüge über gefährdeten Wäldern an.

Auch in den Seen stiegen die Temperaturen: Im Horhauser Baggersee in Theres (Landkreis Haßberge) sichteten Badegäste am Mittwoch erstmals Süßwasserquallen, die sich dem zuständigen Landratsamt zufolge nur in Gewässern mit mehr als 23 Grad wohlfühlen. Für Menschen sind die Tiere ungefährlich.

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