FC Augsburg vor dem Ziel: "Außergewöhnlich passt ganz gut"

Vor der erhofften Party zum Klassenerhalt nimmt der FC Augsburg erstmal Abschied. Die Fuggerstädter werden im womöglich entscheidenden Heimspiel um eine weitere Bundesligasaison gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit Trauerflor auflaufen und mit einer Schweigeminute ihres verstorbenen früheren Torwarts Alexander Manninger gedenken.
Der gebürtige Salzburger spielte ab dem Sommer 2012 vier Jahre in Augsburg und war somit auch Teil des Europa-League-Kaders in der Saison 2015/16. Der ehemalige österreichische Nationalspieler kam vor einer Woche bei einem Verkehrsunfall im Raum Salzburg ums Leben.
"16 Jahre ist alles andere als gewöhnlich"
"Jeder hat ihn als sehr positiven, guten Menschen in Erinnerung", sagte Trainer Manuel Baum, der im September 2023 beim Abschiedsspiel für Daniel Baier noch mit Manninger zusammengespielt hatte, auf der Pressekonferenz vor dem 31. Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Sein Tod sei "extrem tragisch".
Für den FC Augsburg soll der Samstag aber anschließend zu einem Tag der Freude werden. Baums Mannschaft hat aktuell als ausgezeichneter Neunter der Tabelle satte zehn Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Der vorzeitige Klassenerhalt winkt. Mit einem Sieg könnten sie sogar bis auf drei Zähler an die Frankfurter heranrücken. Dann wäre auch eine 16. Saison in der Bundesliga perfekt. "16 Jahre ist alles andere als gewöhnlich, das Wort außergewöhnlich passt eigentlich ganz gut dazu", sagte Baum.
Sobald der Klassenerhalt perfekt ist, wollen sich die Augsburger neue Ziele setzen. "Das ist die große Chance, am Wochenende zu Hause mit einem Sieg den Klassenerhalt zu feiern. Erst wenn wir den geschafft haben, können wir überlegen: Gibt es nicht noch eine weitere Zielsetzung?", meinte Baum.
Nur noch ein Meter für den FC Augsburg
Die gibt es. Denn in dieser Saison qualifiziert sich sogar der Bundesligasiebte für einen internationalen Startplatz. Aber langsam. "Dass wir die Klasse halten, ist sehr, sehr realistisch, aber ich bin ein Freund davon in Ziellinien zu denken", warnte Baum zumindest ein wenig vor vorschnellem Jubel. "Ich habe noch nie einen Hundertmeterläufer gesehen, der nach 99 Metern aufgehört hat zu laufen, auch wenn der letzte Schritt mega realistisch ist, dass er ihn hinkriegt. Das sollten wir beibehalten. Dann wird es das nächste Ziel geben."
Baum hat den Luxus, dass alle seine Spieler fit sind. Und das sorgt in der Abwehr für ein Überangebot. Alle sechs Innenverteidiger stehen ihm gegen die in dieser Saison so wechselhafte Eintracht um ihren in der Kritik stehenden spanischen Trainer Albert Riera zur Verfügung.
Baums Unterhaltung mit seinen Innenverteidigern
Mit Rückkehrer Chrislain Matsima nach einer schweren Sehnenverletzung im linken Oberschenkel, Cedric Zesiger, Noahkai Banks, Arthur Chaves, Jeffrey Gouweleeuw und Keven Schlotterbeck traf sich der Coach der Augsburger sogar zu einer kleinen Sitzung. "Klarheit vor Harmonie" sei seine Devise, erläuterte Baum über die Unterhaltung mit den Konkurrenten.
"Ich scheue mich auch nicht, darüber nachzudenken mit sechs Innenverteidigern zu spielen", meinte er. "Warum nicht? Man kann auch mal kreativ sein." Die Wahrscheinlichkeit ist aber natürlich gering. "Es kann auch einer der sechs nicht im Kader sein. Das wäre echt knackig", meinte Baum.
Wenn Baum Bundestrainer wäre...
Die Besetzung des Tors steht dagegen fest. Finn Dahmen ist der Fixpunkt für Baum. Und wenn es nach dem Augsburger Coach gehen würde, sollte Bundestrainer Julian Nagelsmann den 28 Jahre alten Schlussmann auch zur WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko mitnehmen.
"Er ist ein ganz wichtiger Kulturträger in der Mannschaft", sagte Baum über Dahmen, der für ihn so viele Werte verkörpert, die wichtig für das Team sind. "Er ist der Kitt zwischen vielen Spielern." Torwartspezifisch stechen für Baum Dahmens Qualitäten ohnehin heraus. Er sei ein "unfassbar schneller Torwart, technisch gut, beidfüßig", sagte Baum über seine Nummer eins. "Ich bin Gott sei Dank nicht der Bundestrainer, aber wenn ich er wäre, dann wäre er definitiv in dem Aufgebot mit dabei."