Fall Peggy: Psychiater zur Vernehmung!

Ermittler befragen den Arzt, der Peggys Mutter 2001 behandelt hat. Geht es dabei um deren Sorge, das Mädchen könne verschleppt werden?
| Helmut Reister
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Susanne K., die Mutter von Peggy, 2004 nach der Urteilsverkündung gegen Ulvi K.; er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
dpa Susanne K., die Mutter von Peggy, 2004 nach der Urteilsverkündung gegen Ulvi K.; er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ermittler befragen den Arzt, der Peggys Mutter 2001 behandelt hat. Geht es dabei um deren Sorge, das Mädchen könne verschleppt werden?

Bayreuth - Was weiß ein Psychiater über das spurlose Verschwinden der kleinen Peggy aus Lichtenberg (Oberfranken)?

2001 ist das Mädchen im Alter von neun Jahren verschwunden. Herbert Potzel, Chef der Staatsanwaltschaft Bayreuth, bestätigte der AZ jetzt auf Anfrage, dass der Arzt bereits am Mittwoch von den Ermittlungsbehörden vernommen worden ist.

Bei dem Arzt handelt es sich um einen Psychiater aus Rehau, bei dem sich Peggys Mutter in Behandlung befand, als das Mädchen verschwand. Die Frau soll damals unter anderem an Angstsymptomen gelitten haben.

Das Ergebnis der Vernehmung liegt dem Leitenden Oberstaatsanwalt noch nicht vor. „Das kann noch etwas dauern“, erklärte er, wies aber zugleich darauf hin, dass er wegen der laufenden Ermittlungen zum Inhalt der Arzt-Aussage vorerst keine Angaben machen werde.

In vier Wochen beginnt in Bayreuth ein neuer Prozess gegen den geistig behinderten Gastwirtssohn Ulvi K. (36), der vom Landgericht Hof in einem umstrittenen Indizienprozess 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.

Lesen Sie hier: Lebt das Mädchen noch - in der Türkei?

Nachdem immer mehr Zweifel an seiner Täterschaft aufgetaucht waren, ein Belastungszeuge seine Aussage widerrufen hatte und die Vernehmungsmethode der Polizei in die Kritik geraten war, ordnete das Landgericht eine Wiederaufnahme des Verfahrens ab.

Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft im Fall des vermissten Mädchens neu. „Wir stellen den Fall noch einmal komplett auf den Kopf“, hatte Potzel als Devise angegeben. Zu diesen neuen Ermittlungen zählt auch die Vernehmung des Psychologen aus Rehau.

In Kreisen der Unterstützer, die sich seit Jahren für eine Freilassung des verurteilten Gastwirtssohns einsetzen, kursiert der Name des Arztes schon länger. Rechtsanwalt Michael Euler, der Ulvi K. vertritt und das Wiederaufnahmeverfahren durchgesetzt hat, hat davon ebenfalls gehört. „Nach meinen Informationen soll Peggys Mutter dem Arzt gegenüber davon berichtet haben, dass sie Angst habe, eine ihrer beiden Töchter könnte in die Türkei verschleppt oder verkauft werden.“

Der Lebensgefährte von Peggys Mutter war damals ein Türke; die Beziehung – so war später der Stand der Ermittlungen – galt als belastet. Der Möglichkeit, dass Peggy in die Türkei gebracht worden sein könnte, war die Soko bereits bei ihren früheren Ermittlungen nachgegangen.

Eine Abordnung der Polizei hatte sich in der Türkei umgesehen, konnte jedoch damals keine Hinweise auf das bis heute spurlos verschwundene Mädchen finden.

 

 

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