Fall Peggy: Die nächste Anklage!

Seit 2001 wird Peggy, eine Schülerin aus Oberfranken, vermisst. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Nun muss sich ein Mann verantworten, der sie damals sexuell missbraucht haben soll.
| Helmut Reister
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Im Mordfall "Peggy" von 2001 muss sich kommenden Dienstag der momentan inhaftierte Holger E. erneut vor Gericht verantworten. Auf dem Foto trägt er ein Foto des Mädchens um den Hals.
dpa/Reister/AZ Im Mordfall "Peggy" von 2001 muss sich kommenden Dienstag der momentan inhaftierte Holger E. erneut vor Gericht verantworten. Auf dem Foto trägt er ein Foto des Mädchens um den Hals.

Hof - Der Fall Peggy nimmt kein Ende. In der kommenden Woche (Dienstag) muss sich ein wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern bereits in Haft sitzender Mann vor der Jugendkammer des Landgerichts Hof verantworten. Er soll auch die seit 2001 spurlos verschwundene Peggy aus Lichtenberg (Kreis Hof) missbraucht haben.

Inhaftierter Mann erneut verdächtigt

Monatelang hatte er zudem im Verdacht gestanden, das Mädchen ermordet zu haben. Die Ermittlungen wurden jedoch im vergangenen Jahr eingestellt.

Auf die Spur von Holger E. war die Kripo bereits kurz nach dem Verschwinden der Schülerin im Mai 2001 gestoßen. Aufgefallen war er durch ausgesprochen merkwürdige Sympathiebekundungen gegenüber dem neun Jahre alten Mädchen.

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Der in Sachsen bei seiner Mutter lebende, damals 19-jährige Mann trug zum Beispiel ein Amulett mit dem Foto Peggys um den Hals. Wiederholt suchte er die Nähe zu Peggy und tauchte in Lichtenberg auf. Die Polizei konnte ihm allerdings nicht nachweisen, dass er sich auch am Tag des Verschwindens in der oberfränkischen Kleinstadt aufhielt.

Holger E. besuchte in Lichtenberg seinen Stiefbruder, der in dem Kriminalfall ebenfalls eine höchst undurchsichtige Rolle spielte. Der Stiefbruder wohnte mit seiner Lebensgefährtin im gleichen Haus wie Peggy und kümmerte sich oft um das Mädchen, wenn deren Mutter nicht daheim war. Auch gegen den Stiefbruder von Holger E. wurde lange Zeit wegen Mordverdachts ermittelt.

200 Hinweise nach der letzten XY-Sendung

Jahre nach dem Verschwinden Peggys wurde Holger H. wegen Missbrauchs von Kindern, darunter auch Mädchen aus der Verwandtschaft, zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, die er noch immer verbüßt. Nachdem der behinderte und zu lebenslanger Haft verurteilte Gastwirtssohn Ulvi K. in einer Wiederaufnahme vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden war, intensivierte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen noch einmal. Ins Visier gerieten ein weiterer Nachbar, der Stiefbruder von Holger E. und er selbst.

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Im Zuge dieser Ermittlungen soll Holger K. auch sexuelle Übergriffe auf Peggy gestanden haben. Sie fanden offensichtlich wenige Tage vor Peggys spurlosem Verschwinden statt, wie einer Mitteilung des Landgerichts Hof zu entnehmen ist. Die Behörde wollte sich mit Hinweis auf das damals noch jugendliche Alter von Holger E. nicht im Detail zu dem Fall äußern. Die Verhandlung am kommenden Dienstag findet deshalb auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Peggys ungeklärtes Schicksal war erst in der vergangenen Woche Thema einer XY-Sondersendung, die sich mit verschwundenen Kindern beschäftigte. Die Ausstrahlung stieß bei den Zuschauern auf großes Interesse. Nach Angaben des Senders meldeten sich mehr als 200 Personen mit Hinweisen zu dem Fall. Eine heiße Spur war nach Erkenntnissen allerdings nicht dabei.

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