Warum es 2025 so wenig Blitze gab – auch in Bayern

Fast jeder dritte Blitz in Deutschland traf 2025 den Freistaat - trotzdem schlug es außergewöhnlich selten ein. Das Wetter lieferte einfach nicht die richtigen Zutaten.
AZ/dpa |
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In Bayern blitzte es 2025 sehr viel weniger - und trotzdem öfter als in allen anderen Bundesländern. (Archivbild)
In Bayern blitzte es 2025 sehr viel weniger - und trotzdem öfter als in allen anderen Bundesländern. (Archivbild) © Valentin Gensch/dpa/dpa-tmn

München - In Bayern hat es 2025 außergewöhnlich selten geblitzt. 30.096 Erdblitze zählte der Informationsdienst Aldis/Blids im Jahresverlauf. Das waren nur etwas mehr als halb so viele wie im Vorjahr, als das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten 56.664 Einschläge registrierte.

Auch in bis 2005 zurückreichenden Daten von Aldis/Blids findet sich kein Jahr, in dem es auch nur annähernd so wenige Blitze gab, wie im vergangenen. Noch am nächsten kommt 2022 mit 40.295. In den Jahren 2021 und früher sind Überschätzung der Blitzzahlen möglich und Vergleiche daher schwierig, sie weisen allerdings ebenfalls sehr viel höhere Werte zwischen gut 45.000 und mehr als 150.000 Blitzen auf. 

Doch warum war 2025 so blitzarm? Wetter ist komplex, die Antwort also vielschichtig, doch ein wichtiger Effekt ist relativ klar: In den meisten Monaten war es schlicht zu trocken. 

Feuchte, Energie und ein Hebeimpuls

Damit fehlte also relativ oft eine der zentralen Zutaten für Blitze: Für Gewitter brauche man feuchte und energiereiche Luftmassen, erklärt Tanja Egerer vom DWD, zudem große Temperaturunterschiede zwischen oben und unten und einen Hebungsimpuls, der dafür sorgt, dass die Luft vom Boden nach oben kommt. Letzteres kann beispielsweise ein Gebirge, Hitze am Boden oder auch ein Impuls aus höheren Luftschichten sein. "Oft geht es um die Mittagszeit im Bergland mit Gewittern los, die dann abhängig von den Strömungsverhältnissen ins Umland ziehen", erklärt die Meteorologin. 

Da wundert es kaum, dass in der Vergangenheit oft Landkreise am Alpenrand besonders hohe Blitzdichten aufwiesen. Und es erklärt - neben der Größe des Freistaats - auch, warum in Bayern sehr viel mehr Blitze gezählt wurden, als in anderen Bundesländern. Ein Spitzenplatz, den der Freistaat seit mindestens zwei Jahrzehnten hält. Auf Platz zwei der Blitzstatistik folgt Baden-Württemberg mit etwas weniger als 14.813 Blitzen vor Nordrhein-Westfalen mit 11.057. 

Im Juni krachte es am häufigsten

Die meisten Blitze gab es mit 10.739 im Juni, gefolgt von August und Juli mit 5.995 und 5.753 Einschlägen. Am anderen Ende liegt der Dezember, in dem kein einziger Blitz gemessen wurde. Blitzreichste Tage waren der 16. August mit 3.294 Einschlägen und der 23. Juni mit 3.272.

Mit der ungewöhnlich niedrigen Zahl an Blitzen im abgelaufenen Jahr ist Bayern übrigens nicht alleine. Auch deutschlandweit und in den anderen Bundesländern zeigen sich vergleichsweise tiefe Werte, ebenso in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Frankreich. 

Es kommt auf die Zählweise an

Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zählen nur Erdblitze - also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken - und jeder Blitz nur einmal. Häufig kommt es nämlich vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Für Beobachter sieht das wie ein Flackern des Blitzes aus. In manchen Statistiken werden dann mehrere Blitze gezählt, in der hier vorliegenden nur einer.

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