Etwas weniger Insolvenzen in Bayern

Während die Zahl bei Verbrauchern zurückgeht, steigt sie bei Unternehmen steil an. Die regionalen Unterschiede sind groß.
von  dpa
In Bayern gab es im ersten Halbjahr weniger Insolvenzen - bei Firmen stieg die Zahl allerdings stark an. (Symbolbild)
In Bayern gab es im ersten Halbjahr weniger Insolvenzen - bei Firmen stieg die Zahl allerdings stark an. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

In Bayern hat es im ersten Halbjahr weniger Insolvenzen gegeben. Ihre Zahl sank im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025 minimal um 22 auf 7.511, wie das Landesamt für Statistik mitteilt. Entscheidend dafür ist der Rückgang der beantragten Verbraucherinsolvenzen um 3 Prozent auf 3.659. 

Vor allem in Unterfranken sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen mit 28,8 Prozent stark im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025. In Niederbayern ging es um 8,5 Prozent nach unten, in Oberfranken um 8,2 Prozent und in der Oberpfalz um 4,9 Prozent. In Mittelfranken mit 2,1 und Oberbayern mit 1,3 Prozent waren die Rückgänge leicht unterdurchschnittlich. Die große Ausnahme war Schwaben. Dort stieg die Zahl der Verfahren um 19,5 Prozent. 

Deutlich mehr Unternehmensinsolvenzen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg dagegen gemessen am zweiten Halbjahr um gut 8 Prozent auf 1.179. Das ist der höchste Wert für ein Halbjahr seit mehr als zehn Jahren. Diese Zahl entspricht fast exakt einer Schätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform von Ende Juni, die bereits damals von 1.180 ausgegangen war. Hier macht sich offenbar die Wirtschaftskrise bemerkbar. 

Sie trifft die Regionen aber sehr unterschiedlich. In Mittelfranken steigt die Zahl der Firmeninsolvenzen zum zweiten Halbjahr 2025 um fast die Hälfte (46,4 Prozent). Auch in Niederbayern geht es mit 20,2 Prozent stark nach oben. In Oberbayern und Schwaben sind die Anstiege mit 3,6 und 1,4 Prozent dagegen leicht unterdurchschnittlich. In den drei restlichen Regierungsbezirken sinkt die Zahl der Firmenpleiten sogar: In der Oberpfalz um 3,1 Prozent, in Oberfranken um 7,4 Prozent und in Unterfranken um 9,3 Prozent. Das Landesamt für Statistik weist allerdings darauf hin, dass es hier auf Regierungsbezirksebene häufiger Schwankungen gibt.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) wertet den Anstieg als "klares Alarmsignal für die kritische Lage unseres Wirtschaftsstandorts" Die Zahlen zeigten, "wie massiv uns die strukturellen Standortprobleme momentan unter Druck setzen, wir sind schlichtweg nicht wettbewerbsfähig", so der Verband. "Hinzu kommen geopolitische Krisen, die aggressive US-Zollpolitik, die unfairen chinesischen Handelspraktiken sowie deren starke Konkurrenz."

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