Starnberger Brauhaus eröffnet Stehausschank – 700 Kilometer vom Stammhaus entfernt

Im Frühsommer soll Starnberger Bier in Nordrhein-Westfalen fließen, in einem bayerischen Stehausschank. Wie es zu der Standort-Wahl kam, was geplant ist und wie sich die junge Brauerei in sehr kurzer Zeit entwickelt hat.
von  Rosemarie Vielreicher
So soll der Starnberger Stehausschank ab Frühsommer ausschauen.
So soll der Starnberger Stehausschank ab Frühsommer ausschauen. © Visualisierung/Starnberger Brauhaus

Einen Stehausschank des Starnberger Brauhauses aus Feldafing – wo würden Sie den erwarten? Garantiert in Starnberg. Oder zumindest in München. In Münster in Nordrhein-Westfalen? Wohl kaum.

Doch genau dort möchten die Starnberger präsent sein und verkünden: Sie wollen diese "urbayerische Form der Kneipen- und Wirtshauskultur" dorthin bringen. Offene Atmosphäre, nach der Arbeit, für kurze Pausen oder als Treffpunkt für den Abend. So stellt man es sich bei der Brauerei in Feldafing am Starnberger See vor. "Bestellt wird unkompliziert an der Theke, ohne Reservierung, ohne lange Wartezeiten: einfach reingehen, anstoßen und vielleicht doch länger bleiben als geplant", heißt es in einer Mitteilung.

Renovierung: Ab Frühsommer soll der Stehausschank starten

Ab April wird an der Münster-Adresse Alter Steinweg renoviert. Wenn alles nach Plan läuft, soll es im Frühsommer 2026 mit dem Starnberger Stehausschank losgehen.

Aber warum in Münster? Geschäftsführer Sven Leindl erklärt der AZ: "Die Idee des Starnberger Stehausschanks ist im engen Austausch zwischen unserem Team bei Starnberger und den Kolleginnen und Kollegen der Krombacher Brauerei entstanden, die uns dabei unterstützen, die Marke Starnberger auch außerhalb Bayerns bekannter zu machen." Na, wenn da in Zukunft nicht mal die Münsteraner Tatort-Kommissare Boerne und Thiel vorbeischauen.

Im Mittelpunkt des Lokals: die große Theke.
Im Mittelpunkt des Lokals: die große Theke. © Visualisierung/Starnberger Brauhaus

Sie seien immer auf der Suche nach weiteren Orten, "an denen unser Konzept gut hineinpasst und wir uns sinnvoll positionieren können", so Leindl. Weitere Standorte in ausgewählten Städten sollen folgen, heißt es in der Mitteilung. Mehr will er noch nicht verraten: "Ganz sicher wird da in Zukunft noch etwas kommen. Lassen Sie sich überraschen."

Keine Sitzplätze, dafür hohe Stehtische

Aktuell werde in dem Gebäude noch ein Restaurant betrieben, im April wird die Fläche übergeben und dann erst einmal gewerkelt. Es gibt auch schon Visualisierungen, wie der geplante Stehausschank aussehen soll. Keine Sitzplätze, sondern Hochtische, Stehbereiche und eine große Theke.

Die Gäste sollen dadurch aber keine schweren Beine bekommen, sondern in Bewegung bleiben, sich austauschen. So das Konzept.

Wer das Lokal künftig betreiben wird, will Leindl noch nicht öffentlich machen. Diesem werde auch die Preisgestaltung obliegen, die in der Mitteilung als "fair" beschrieben wird. Die AZ will das genauer wissen. "Zu den konkreten Preisen können wir keine Angaben machen. Die Preisgestaltung obliegt allein dem künftigen Betreiber. Dieser hat uns jedoch bereits signalisiert, dass er ein Angebot schaffen möchte, bei dem für alle Gäste nachvollziehbar ist, dass es sich um faire Preise handelt."

Vom Tank soll es Starnberger Helles geben, außerdem etwa Starnberger Weisse vom Fass sowie ein paar weitere Getränke ohne Alkohol.

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Das Starnberger Brauhaus hat auch schon Wirtshäuser in Frankfurt, Olpe (NRW) und Lemgo (NRW).

So ist das Starnberger Brauhaus gewachsen

Begonnen hat die Bier-Geschichte des Starnberger Brauhauses erst 2015 in Berg (35 Kilometer von München entfernt). Allerdings ist die Brauerei innerhalb von fünf Jahren so schnell gewachsen, dass der Platz nicht mehr ausreichte, heißt es auf ihrer Seite.

2020 zog sie nach Feldafing um und ging eine Partnerschaft mit der Krombacher Brauerei (NRW) ein, "um den Vertrieb und die Wirkung in ganz Deutschland und auf internationalen Märkten zu erhöhen". 2025 berichteten die "SZ" und die "Getränke-Zeitung", dass Krombacher nun Mehrheitseigner bei Starnberger ist.

In kürzester Zeit haben die Bier-Neulinge vier Mal in Folge die höchste Auszeichnung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) eingeheimst. Das Starnberger Helle und die Weisse wurden 2025 erneut mit dem DLG-Gold-Siegel für ihre hervorragende Qualität ausgezeichnet.

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