Ermittlungen im Skibergsteigen: DAV stellt Sportchef frei

Berichte über medizinische Missstände sorgen bei den Skibergsteigern für Aufsehen. Nun gibt es personelle Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren ein.
dpa |
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Skibergsteigen feierte jüngst seine Olympia-Premiere. (Archivbild)
Skibergsteigen feierte jüngst seine Olympia-Premiere. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa
Traunstein

Nach schweren Vorwürfen deutscher Skibergsteiger rund um mögliche Missstände bei medizinischen Tests hat der Deutsche Alpenverein (DAV) den Sportlichen Leiter Hermann Gruber freigestellt. Er ist einer der beiden Beschuldigten in der Causa, die zuletzt während Olympia öffentlich geworden war und für Aufsehen gesorgt hatte. Die Staatsanwaltschaft Traunstein leitete unterdessen gegen zwei Personen ein Ermittlungsverfahren ein.

Wie ein Sprecher der Strafverfolger in Oberbayern auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, sei eine entsprechende Anzeige geprüft worden. Es gebe einen Anfangsverdacht, "dass die Beschuldigten eine verfolgbare Straftat begangen haben", sagte der Sprecher.

Vorwürfe: Körperverletzung, Beihilfe, Nötigung

Laut DAV bat Gruber - der zuletzt noch bei der Olympia-Premiere in Bormio dabei war - selbst um die Freistellung. "Diese Freistellung erfolgt im Interesse einer transparenten und ungestörten Aufklärung durch die Staatsanwaltschaft Traunstein sowie im Sinne der Athletinnen und Athleten", hieß es.

In einem "Sportschau"-Bericht hatten die Skibergsteiger Felix Gramelsberger und Sophia Weßling die Anzeigen gegen Gruber und den ehemaligen Bundestrainer Maximilian Wittwer öffentlich gemacht. Laut Staatsanwaltschaft erstattete noch ein weiteres Ex-Mitglied des Nationalteams Skibergsteigen Strafanzeige. Es gehe um die Tatvorwürfe gefährliche Körperverletzung, Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung, Nötigung und fahrlässige Körperverletzung. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen werden mehrere Wochen dauern, hieß es aus Traunstein.

Sportler zu Testungen: "Wahnsinnige Blutpanscherei"

Den Sportlern war laut des ARD-Berichts im April 2024 am Olympiastützpunkt Chiemgau in Ruhpolding bis zu 60 Mal innerhalb weniger Stunden Blut aus dem Ohrläppchen entnommen worden. Es seien laut der Sportler Hygiene-Mindeststandards nicht beachtet worden, die angeblich zum Teil ungeschulten Helfer sollen ihre Handschuhe zwischen den Blutabnahmen nicht gewechselt, sondern sie bei mehreren Athleten nacheinander benutzt haben. Gramelsberger sprach in dem Bericht von einer "wahnsinnigen Blutpanscherei".

Der Verband räumte ein, dass es nach dem Test Beanstandungen gegeben habe. Es seien nach Rückmeldungen von Athleten "Abläufe überprüft und organisatorisch weiterentwickelt" worden, hieß es.

Weßling und Gramelsberger nicht bei Olympia dabei

Skibergsteigen feierte bei den Winterspielen in Italien seine Olympia-Premiere. Weßling und Gramelsberger gehörten nicht zum deutschen Aufgebot und für die Saison 2025/2026 auch nicht zum Olympia-Kader, sondern offiziell aus sportlichen Gründen lediglich zum DAV-Kader.

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