Entwurf für flächendeckendes Radwegenetz liegt nun vor

Von Aschaffenburg bis Passau, von Hof bis Oberstdorf - Radfahrer sollen künftig ein überregionales Netz an Radwegen vorfinden. Schon bald sollen etwa 45 000 Kilometer Radwege neu ausgeschildert werden, damit der Drahtesel noch besser mit dem Auto konkurrieren kann.
| Von Ulf Vogler, dpa
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Der Schatten eines Radfahrers auf einer Straße in der Münchner Innenstadt.
Der Schatten eines Radfahrers auf einer Straße in der Münchner Innenstadt. © Peter Kneffel/dpa/Symbolbild
München

Bayern hat ein wichtiges Zwischenziel bei der Schaffung eines landesweiten Radwegenetzes erreicht. Wie das Verkehrsministerium in Bayern am Donnerstag mitteilte, liegt nun der erste Entwurf für ein sogenanntes Alltagsradverkehrsnetz vor. Es umfasse 5300 Verbindungen mit insgesamt fast 45 000 Kilometern Länge. Ziel ist es, die 2056 Gemeinden des Freistaats miteinander zu verbinden.

Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) sagte, es gehe darum, dass mehr Menschen für ihre täglichen Fahrten das Fahrrad nutzen. "Deshalb brauchen wir übergreifende Netze, auf denen die Radfahrer schnell und einfach unterwegs sein können."

Im Unterschied zu den bereits bestehenden Radnetzen, die sich zu einem großen Teil an Freizeitradler und Touristen richten, soll das Alltagsnetz schnelle Verbindungen zwischen den Kommunen ermöglichen. Ziel ist es, dass die Bürger für ihre Fahrten zur Arbeit, Einkäufe, Arztbesuche und ähnliche Termine das Zweirad statt das Auto nehmen.

Der Entwurf für das künftige Radnetz wird derzeit mit den Städten und Gemeinden abgestimmt. "Mittels verschiedener Bearbeitungsfunktionen können die Kommunen online Änderungswünsche mitteilen und Kommentierungen vornehmen", erklärte das Ministerium. Bereits bestehende Radwege sollen in das künftige Netz integriert werden.

Bis Ende des Jahres soll dann ein abgestimmter Entwurf vorliegen. Anschließend folgt noch ein Praxistest: Die Radwege sollen dann befahren und bewertet werden, so dass auch eventuelle Mängel erfasst werden können. "Dabei wird auch die spätere Wegweisung für den Radverkehr geplant", wie die Behörde in München erläuterte.

Der Freistaat will dann die Kosten für die Erstbeschilderung des landesweiten Netzes übernehmen. Zudem soll das Radnetz eventuelle Lücken aufzeigen, die durch einen Ausbau noch geschlossen werden sollen.

Ergänzt wird das Radwegenetz von einem fünfjährigen Investitionsprogramm. In Bayern sollen bis 2024 für rund 200 Millionen Euro Radwege an Bundes- und Staatsstraßen gebaut werden, das Geld kommt vom Bund und der Staatsregierung. "Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Programmlaufzeit, wurde das Ziel, durchschnittlich 40 Millionen Euro zu investieren, mit 51 Millionen Euro deutlich übertroffen", erklärte das Verkehrsministerium.

© dpa-infocom, dpa:210527-99-765215/3

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