Eiskalter Lebensretter: Die Rotkreuzdose

Die Rotkreuzdose hält wichtige Informationen zu Patienten bereit – an einem Ort, den jeder Sanitäter schnell findet. Die Idee dahinter.
| U. Scharrer, R. Schormann
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Sanitäter sind froh, wenn sie im Notfall alle wichtigen Informationen leicht finden – im Kühlschrank.
DRK Sanitäter sind froh, wenn sie im Notfall alle wichtigen Informationen leicht finden – im Kühlschrank.

Bayern - Ein Griff in den Kühlschrank kann Leben retten. Zwischen Butter, Eiern, Käse oder Wurst sucht eine rote Dose ihren Platz. Sie ist im Notfall gut gefüllt – mit Hinweisen für den Rettungsdienst.

Unkompliziert sollen Helfer so in Notsituationen Informationen über einen Menschen zur Verfügung gestellt bekommen. Und zwar im Kühlschrank, als Ort, der in jedem Haushalt einfach zu finden ist.

In jeder Rotkreuzdose liegt ein Info-Blatt, in dem wichtigste Eckdaten über diese Person festgehalten werden können. Auch weiterführende Informationen wie Medikamentenpläne finden darin Platz.

Die Idee, die aus Großbritannien stammt und dort tausendfach Nutzer hat, ist so einfach wie genial.

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Wer macht schon mit?

Beispielsweise der BRK-Kreisverband Straubing-Bogen greift den Ansatz auf, sagt Marko Pammer, Pressesprecher der Kreisgruppe, der AZ.

Auch die Rot-Kreuz-Gruppen in Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen sind schon dabei, andere Verbände aus Oberbayern haben sich bereits Mustersets zum Anschauen bestellt, sagt Benjamin Hopp vom DRK-Verband Biberach, der die Dose als erstes angeboten hat, zur AZ. „Wir haben bundesweit alle Verbände angeschrieben, aber es ist ein freiwilliges Angebot“, sagt er.

Nach und nach machten aber immer mehr mit, denn „die breite Masse sieht es als sinnvolle Ergänzung in der Notfallversorgung“.

Was kostet’s?

Eine Dose mit Inhalt und Hinweisaufklebern kostet fünf Euro. In Straubing gehen die beispielsweise „zu 100 Prozent an das Hospizmobil“. Das erfüllt Menschen in einer palliativen Situation einen letzten Wunsch.

Für wen ist eine Rotkreuzdose gedacht?

Generell für jeden, der regelmäßig Medikamente einnehmen muss, Vorerkrankungen hat, alleine lebt oder keine Angehörigen in der näheren Umgebung hat. In Notsituationen ist man unter Umständen nicht mehr in der Lage, dem Rettungsdienst wichtige Informationen mitzuteilen. Vielleicht wurden auch Angehörige im Vorfeld nicht umfassend informiert. In solchen Momenten kann die Dose helfen.

Wie finden Retter die Dose?

In jeder Rotkreuzdose liegen zwei kleine Hinweisaufkleber. Einer gehört auf die Innenseite der Haus- oder Wohnungstür, der andere wird auf der Kühlschranktür platziert, damit Feuerwehr, BRK oder Malteser wissen, dass es eine Informationsdose gibt.

Wo gibt es die Lebensretter-Dose?

Bei den jeweiligen BRK-Kreisverbänden. Wer aktuell schon mitmacht und weitere Informationen stehen unter www.rotkreuzdose.de.

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