Einzelhandel entsorgt jährlich 99 000 Tonnen Lebensmittel

Lebensmittel landen auch in Bayern tonnenweise im Müll - weil die Mindesthaltbarkeit abgelaufen oder die Ware beschädigt ist. Der SPD-Politiker von Brunn findet, die Entsorgung noch genießbarer Lebensmittel in den Müll sollte verboten werden.
| dpa
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Gemüse wird entsorgt. Foto: Kay Nietfeld/Archivbild
dpa Gemüse wird entsorgt. Foto: Kay Nietfeld/Archivbild

München (dpa/lby) - Im bayerischen Einzelhandel werden jährlich 99 000 Tonnen Lebensmittel entsorgt. Davon gehen 33 000 Tonnen an Tafeln. Dies hat Bayerns Ernährungs- und Landwirtschaftsministerium dem SPD-Landtagsabgeordneten Florian von Brunn mitgeteilt. Dieser hatte eine schriftliche Landtagsanfrage zur Lebensmittelverschwendung und ihrer Bekämpfung gestellt. Der SPD-Politiker fordert nun eine aktuelle Erhebung zur Entsorgung von Lebensmitteln. Denn die letzten verfügbaren, vom Ministerium genannten Zahlen stammten aus dem Jahr 2014, so von Brunn.

Nach der Antwort des Ministeriums, die der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt, werden Lebensmittel entsorgt, weil die Regale bei Ladenschluss noch voll sind mit Backwaren, Obst, Gemüse oder anderen leicht verderblichen Waren oder weil verderbliche Lebensmittel beschädigt sind (zum Beispiel eingedrücktes Obst). Weitere Gründe sind demnach Ablauf von Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum, Überbestände durch kaum kalkulierbares Einkaufsverhalten sowie falsche Lagerung oder Schäden beim Transport.

Jede bayerische Tafel erhalte jeden Tag durchschnittlich 500 Kilogramm Lebensmittelspenden vom Einzelhandel, heißt es weiter in der Antwort des Ministeriums. Nach Angaben des Landesverbands Tafel Bayern e.V. besitzen fast 90 Prozent der Tafeln einen festen Spenderkreis.

Der SPD-Politiker zeigte sich enttäuscht, dass die Staatsregierung ein Verbot der Entsorgung von genießbaren Lebensmitteln - wie in Frankreich und Tschechien eingeführt - nicht für notwendig halte. Der Anstieg gespendeter Lebensmittel in Frankreich um fast 20 Prozent zeige, dass man über eine solche Maßnahme ernsthaft diskutieren sollte, so von Brunn.

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