Ein Urzeit-Krimi: Woher kommt das Riesenlurch-Massengrab?

Ein Steinbruch, ein spektakulärer Fossilienfund und ein uraltes Rätsel: Warum verendeten große und gefährliche Riesenlurche vor rund 230 Millionen Jahren in Bayern?
dpa |
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In diesem Steinbruch wurden 2021 die Funde gemacht, die nun ausgestellt werden. (Archivbild)
In diesem Steinbruch wurden 2021 die Funde gemacht, die nun ausgestellt werden. (Archivbild) © Nicolas Armer/dpa
Hof

Mindestens zehn verendete Riesenlurche auf einem Fleck: Dieser Fossilien-Fund in einem unterfränkischen Steinbruch im Jahr 2021 war für die Experten vom Landesamt für Umwelt (LfU) ein spannender Kriminalfall aus der Urzeit, der nun wohl gelöst ist. 

"Fundort war nicht der Tatort", sagt Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am LfU. Der Präparator des Fundes habe zwischen den Zähnen der Lurche grünlichen Tonstein gefunden, in der Umgebung des Fundorts habe es aber nur gelblichen Sand gegeben, berichtete Eichhorn. 

Sie jagten im Tümpel - und verendeten dort

Und so gibt es nun eine Hypothese zu dem, was vor rund 230 Millionen Jahren mit den Tieren passiert sein könnte. Sie lautet: Die Riesenlurche befanden sich in Tümpeln mit grünlichem Schlamm. In einer akuten Dürreperiode hätten sich diese Topjäger dort versammelt und alles gejagt, was noch auffindbar gewesen sei, sagte Eichhorn. Doch als der Tümpel ausgetrocknet sei, seien die Tiere verendet. 

Und: In der nächsten Regenzeit könnten die Überreste der Lurche dann weggeschwemmt worden sein, so dass man die Fossilien viele Millionen Jahre später im Steinbruch Rauhenebrach (Landkreis Haßberge) entdeckte.

Nachdem ein Arbeiter im Steinbruch 2021 die ungewöhnlichen Knochenfragmente gefunden hatte, konnten durch einen speziellen 3D-Computertomographen am Fraunhofer-Institut in Fürth die Fossilien gründlich untersucht werden. Dies ermöglichte nach LfU-Angaben neue Einblicke in die Anatomie der Tiere, ohne die empfindlichen Fossilien zu beschädigen. Außerdem stellte sich heraus: Es waren zwei unterschiedliche Arten von amphibischen Sauriern im Gestein erhalten, Cycloto- und Metoposaurier.

Sie wurden bis zu vier Meter groß - und waren laut Eichhorn hochgefährliche und fleischfressende Jäger. 

Schwimmen oder Lauern?

Dafür, dass diese zwei Arten in dem Tümpel nebeneinander existieren konnten, gibt es ebenfalls eine Erklärung: Der eine sei ein aktiver Schwimmer gewesen und habe gut nach vorne schauen können. Der andere habe eher im Schlamm gelegen und nach oben geschaut, habe also eher auf seine Beute gelauert, sagte Eichhorn: "So sind sie sich nicht in die Quere gekommen."

Dem Krimi aus der Urzeit hat das LfU eine Ausstellung gewidmet, die in den Räumen der Behörde in Hof von Anfang März bis zum 29. Mai zu sehen ist.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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