Ein neuer Schlossherr für Neuschwanstein

Söders Wunsch-Kandidat: Nach jahrelangen Querelen soll jetzt der 60-jährige Johann Hensel auf Ludwigs Märchenschloss für Ruhe sorgen. Bislang war er Chef der Seeverwaltung Ammersee.
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Ein neuer Schlossherr für Neuschwanstein
dpa Ein neuer Schlossherr für Neuschwanstein

Söders Wunsch-Kandidat: Nach jahrelangen Querelen soll jetzt der 60-jährige Johann Hensel auf Ludwigs Märchenschloss für Ruhe sorgen. Bislang war er Chef der Seeverwaltung Ammersee.

Er steht vor einer schwierigen Aufgabe: Nach Mobbingvorwürfen und internen Machtkämpfen soll ab Dienstag ein neuer Verwalter auf Neuschwanstein für Ruhe sorgen. Johann Hensel (60) ist bereits der dritte Kandidat, den die zum Finanzministerium gehörende Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung innerhalb weniger Jahre auf diesen Posten beruft. „Das ist eine gute Lösung zum Wohle und im Interesse der Mitarbeiter und im Sinne dieses besonderen Denkmals“, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums zu der Personalie.

Johann Hensel ist seit 1981 Leiter der Seeverwaltung Ammersee, die auch für viele andere Seen in Bayern zuständig ist. Im Ministerium gilt er als langjährige und erfahrene Führungskraft. „Mit ihm soll ein Neuanfang gesetzt werden, eine neue, stabile Ära beginnen, die das Schloss in neue, ruhige Fahrwasser leiten soll“, so die Sprecherin.

Minister Markus Söder (CSU) sei persönlich mit der Besetzung der Stelle betraut gewesen – schließlich sei Neuschwanstein mit rund 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr „das Zugpferd der Schlösserverwaltung“ und ein Aushängeschild Bayerns.

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Zuletzt waren rund um Ludwig II.s Märchenschloss allerhand Schauergeschichten publik geworden. Ein Security-Mann soll laut „SZ“ betrunken zum Dienst erschienen sein und Besucherinnen mit anzüglichen Bemerkungen belästigt haben.

Ein anderes Mal soll eine Gruppe alkoholisierter Touristen in die herrschaftlichen Gemächer uriniert haben. Ein Mitarbeiter soll eine Reinigungsfrau rassistisch beschimpft haben, was mehrere Schlossbesucher bestätigten.

Damit nicht genug: Schon 2010 deckte der damals neu ins Amt eingeführte Schlossverwalter Hubert Nikol auf, dass unter anderem Sonderführungen falsch oder überhaupt nicht abgerechnet worden waren und die Arbeitszeiten der Mitarbeiter recht locker gehandhabt wurden. Laut Bayerischem Rundfunk sollen einige Angestellte das Schloss zudem mit einem Selbstbedienungsladen verwechselt haben. Eine „schwarze Kasse“ für Betriebsfeiern wurde 2014 Gegenstand eines Gerichtsverfahrens.

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Unter Nikols Nachfolgerin Katharina Schmidt blieb das Klima vergiftet, Mobbingvorwürfe wurden laut. Erst im Sommer hatte es wieder einen Prozess gegeben, diesmal vor dem Arbeitsgericht. Nach nur drei Jahren wurde Schmidt Ende Oktober abberufen. Sie soll nun eine neue Aufgabe in der Bayerischen Schlösserverwaltung wahrnehmen.

Zu den geschilderten Querelen wollte sich die Sprecherin des Finanzministeriums am Freitag nicht äußern. Sie sagte nur so viel: „Das Schloss hat unruhige Zeiten hinter sich, was zu unzufriedenen Mitarbeitern geführt hat.“ Unter Johann Hensel soll nun endlich Frieden einkehren.

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