Eichstätts neuer Bischof sieht sich als "Teamplayer"

Christian Würtz startet in Eichstätt als jüngster Diözesanbischof Deutschlands. So versteht er sein Amt – und das macht er in seiner Freizeit.
Kathrin Zeilmann, dpa |
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Christian Würtz tritt am 4. Oktober sein Amt als Eichstätter Bischof an. (Archivbild)
Christian Würtz tritt am 4. Oktober sein Amt als Eichstätter Bischof an. (Archivbild) © Daniel Karmann/dpa
Eichstätt

An diesem Sonntag (4. Oktober) tritt der neue Eichstätter Bischof Christian Würtz sein Amt offiziell an. Der bisherige Freiburger Weihbischof bezeichnete sich vorab als "Teamplayer, der zwar am Ende manche Entscheidung treffen und sie dann auch verantworten muss, der aber diese Entscheidungen nicht im stillen Kämmerlein trifft, sondern mit der Unterstützung anderer". 

Seit Juni 2025 wartete Eichstätt auf einen neuen Bischof. Damals hatte der langjährige Amtsinhaber Gregor Maria Hanke sein Amt abgegeben. Anfang Juli dann wurde die erste wichtige Personalentscheidung von Papst Leo XIV. für Bayern bekannt: Der neue Eichstätter Bischof kommt aus dem Südwesten in den Freistaat, hat zwei Doktortitel in Jura und Theologie und wird mit 55 Jahren jüngster Diözesanbischof Deutschlands. 

Inzwischen hat Würtz in München den Treueeid abgelegt. Zudem hat er sich auch schon in Eichstätt, gelegen im Naturpark Altmühltal inmitten des Freistaats, umgesehen. "Es ist wirklich ein schmuckes Städtchen. Ich freue mich jetzt vor allem, die Menschen hier kennenzulernen", sagte er. 

So läuft die Amtseinführung ab

Zum Gottesdienst zur Amtseinführung werden Bischofskollegen wie Herwig Gössl aus Bamberg, Kardinal Reinhard Marx aus München, Stephan Burger aus Freiburg und Michael Gerber aus Fulda erwartet. Zu Beginn wird der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, die päpstliche Ernennungsurkunde überreichen. Dann nimmt Würtz auf dem Bischofsstuhl Platz.

Wie in den anderen Bistümern in Deutschland sind auch in Eichstätt die Herausforderungen groß: Die Mitgliederzahlen der Kirche gehen zurück, die finanziellen Spielräume werden enger. Und mancherorts steht die Frage im Raum, ob man Kirchengebäude oder andere Räumlichkeiten noch unterhalten kann.

"Verstehen, was die Menschen bewegt"

Eichstätt ist, gemessen an der Zahl der Katholikinnen und Katholiken, das kleinste bayerische Bistum mit 334.517 Mitgliedern (Stand: 2025). Die Diözese liegt zentral im Freistaat, hat viele ländliche Gebiete, aber auch der Nürnberger Süden und die Industriestadt Ingolstadt gehören dazu. Stadt und Land dürften unterschiedliche Konzepte benötigen in Sachen Zukunftsfestigkeit der katholischen Kirche.

Patentlösungen hat auch der 55-Jährige nicht: Er müsse sich erst einen Überblick verschaffen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Ich möchte deshalb zunächst mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen und verstehen, was sie bewegt und welche Herausforderungen es in den unterschiedlichen Regionen gibt."

Dazu passt eine Postkarten-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Eichstätt: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können dem neuen Bischof demnach "persönliche Gedanken, Wünsche, Hoffnungen und Anliegen mit auf den Weg geben". Gesammelt werden die Karten bis Ende Oktober. 

Bischof auf Instagram

Bei der Frage nach den größten Herausforderungen, die er in seinem neuen Amt sieht, blieb Würtz eher allgemein: Er wolle die Schönheit des Glaubens vermitteln: "Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der christlichen Botschaft etwas haben, das für jeden Menschen wichtig sein kann."

Kontakt zu den Menschen suchte Würtz bisher auch als Weihbischof über die Social-Media-Plattform Instagram. Das wolle er auch beibehalten, sagte er. "Denn ich kann so auf der einen Seite mit Menschen in Kontakt bleiben, auf der anderen Seite erreiche ich auch Menschen, die ich sonst nie erreichen würde."

Spaziergänge, Kunst, Krimis

Und was macht ein Bischof in seiner Freizeit? "Wenn ich abschalten möchte, beschäftige ich mich gerne mit Kunst – oder ich gehe spazieren. Das ist auf jeden Fall wichtig, um den Kopf freizubekommen. Es weitet zudem den Horizont, sich auch mit sachfremden Themen zu beschäftigen." 

Außerdem lese er zur Entspannung gerne Krimis, wie Würtz sagte. Einen Lieblingsautor habe er aber nicht. In Sachen Kunst beschäftige er sich zurzeit mit dem "Werk des belgischen Künstlers Frans Masereel, der im vergangenen Jahrhundert vor allem durch seine Holzschnitte bekannt wurde, die oft sehr zeitkritisch waren. Von den zeitgenössischen Künstlern interessieren mich zurzeit besonders der Maler Michael Triegel und die Photographin Iwajla Klinke".

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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