Dudenhöffer: Verluste der Autobauer zeigen Anpassungsbedarf

Die sehr unterschiedlichen Ergebnisse der Autobauer im ersten Halbjahr haben nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer "verdeckte Probleme offengelegt". Der Autoabsatz des VW-Konzerns sei um 28 Prozent, von Toyota um 29 Prozent eingeknickt.
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Ferdinand Dudenhöffer, Experte für die Autobranche. Foto: Nicolas Blandin/dpa-tmn/dpa/Archivbild
dpa Ferdinand Dudenhöffer, Experte für die Autobranche. Foto: Nicolas Blandin/dpa-tmn/dpa/Archivbild

München - Die sehr unterschiedlichen Ergebnisse der Autobauer im ersten Halbjahr haben nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer "verdeckte Probleme offengelegt". Der Autoabsatz des VW-Konzerns sei um 28 Prozent, von Toyota um 29 Prozent eingeknickt. Aber Volkswagen habe pro Auto 415 Euro Verlust gemacht, während Toyota 533 Euro und die französische Opel-Mutter PSA sogar 707 Euro Gewinn je Auto erwirtschaftet hätten. Das zeige, "dass im VW-Konzern sicher stärkere Anpassungen als bei Toyota erfolgen müssen", schrieb Dudenhöffer in einer Studie.

Die Zeit dränge, denn VW habe vom China-Geschäft profitiert, das bei PSA noch kaum vorhanden sei. Und mit der Fusion von PSA und Fiat Chrysler würden auch die Größenvorteile von VW geringer.

Ebenso überraschend sei der Vergleich in der Oberklasse. Der Verlust pro verkauftem Auto betrage bei BMW rund 1100 Euro, bei Mercedes und Audi weniger als 600 und bei Volvo nur 343 Euro, obwohl sie ähnliche Absatzeinbrüche hatten.

Hohe Verluste in der Corona-Krise seien "ein Indikator für den Anpassungsbedarf der einzelnen Unternehmen", schrieb der Branchenkenner. Denn die Erholung der Automärkte in Europa und Amerika werde sehr lange dauern. "Kapazitäten müssen daher abgebaut werden."

Trotz Krise verdiente Porsche fast 10 000 Euro an jedem Auto, Tesla fast 3000 Euro. Den Gewinn des US-Elektropioniers durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten an andere Autobauer rechnete Dudenhöffer dabei mit ein. Im Gegensatz zu allen anderen investiere Tesla in neue Werke.

GM habe sich auf die Märkte in Amerika und China konzentriert und mache Gewinn - Ford schreibe tiefrote Zahlen. Der neue Ford-Chef Jim Farley dürfte in den nächsten Monaten abwägen, ob und wie das Europa-Geschäft nachhaltig restrukturiert werden könne, erwartet Dudenhöffer.

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