"Dubiose Gestalten": Islamisten verängstigen Ilmmünster

Mehrere Salafisten treffen sich in dem Dorf – laut Verfassungsschutz aus Solidarität zu einer tschetschenischen Frau.
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Mehrere Salafisten haben sich mit der „Burkafrau“ aus Ilmmünster solidarisiert. (Symbolbild)
dpa Mehrere Salafisten haben sich mit der „Burkafrau“ aus Ilmmünster solidarisiert. (Symbolbild)

München - In Ilmmünster (Kreis Pfaffenhofen) wird sie „Burkafrau“ genannt. Der gebürtigen Tschetschenin, die sich öffentlich nur verschleiert zeigt, hat das Jugendamt wegen Vernachlässigung ihre Kinder genommen.

Wie der „BR“ berichtet, haben sich daraufhin Salafisten aus Bayern und anderen Bundesländern über mehrere Tage in dem oberbayerischen Dorf getroffen, um so ihre Solidarität mit der Frau zu zeigen. Laut Verfassungsschutz stammen einige von ihnen aus dem dschihadistischem Milieu. Verängstigte Anwohner berichteten, dass das Haus der Frau im März tagelang belagert worden sei. „Dubiose Gestalten“ und „Männer mit Salafistenbärten“, so die Augenzeugen, waren im Gebäude und warteten auf der Straße davor.

„Im konkreten Fall ist es wohl so, dass man den Fall nutzt, um eben erneut zu zeigen, dass die deutschen Behörden vermeintlich so ungerecht und diskriminierend sind gegenüber Muslimen“, sagte Markus Schäfert, der Pressesprecher des bayerischen Verfassungsschutzes, dem „BR“.

Salafisten protestieren vor Gericht und im Internet

Bereits bei der Verhandlung über die Inobhutnahme der Kinder in Pfaffenhofen demonstrierten einige Salafisten wütend vor dem Gericht. Auf Facebook wurde ein Video von dem Protest veröffentlicht, in dem ein Mann schimpft: „Das war ein Schauprozess. Die Frau hat keinen Anwalt bekommen, obwohl sie auf einen Anwalt beharrt hat, hat man ihr nicht das Recht gegeben, dass sie sich einen Anwalt holt. Muslime, ihr müsst langsam aufwachen. Dieser Frau wurden die Kinder weggenommen.“ Außerdem soll das Gerücht im Umlauf gewesen sein, die Kinder würden nun bei schwulen Christen leben – laut Verfassungsschutz das „maximale Feindbild der Salafisten“.

Diese Aktionen seien ein Beleg für die bundesweite Vernetzung der salafistischen Szene, so Schäfert. Laut einem ehemaligen Anhänger der Szene sei dies kein Einzelfall. Die Salafisten unterstützen nicht nur Frauen, denen die Kinder genommen werden, sondern auch ehemalige IS-Kämpfer, die aus dem Krieg in Syrien zurückkehren. Sie schreiben Briefe, sammeln Spenden und sind bei Verhandlungen dabei.

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