DSW: Wirecard-Aktionäre sollten Schadenersatz anmelden

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat Wirecard-Aktionäre aufgerufen, beim Insolvenzverwalter Schadenersatzansprüche anzumelden. Bei der Gläubigerversammlung im November gehörten die Aktionäre des Zahlungsdienstleisters "unbedingt mit an den Tisch", forderte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler am Donnerstag.
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Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale zu sehen. Foto: Peter Kneffel/dpa
dpa Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale zu sehen. Foto: Peter Kneffel/dpa

München - Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat Wirecard-Aktionäre aufgerufen, beim Insolvenzverwalter Schadenersatzansprüche anzumelden. Bei der Gläubigerversammlung im November gehörten die Aktionäre des Zahlungsdienstleisters "unbedingt mit an den Tisch", forderte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler am Donnerstag. Sie müssten sogar "als größte Gläubigergruppe im Gläubigerausschuss vertreten" sein.

Normalerweise zählen Aktionäre als Eigenkapitalgeber bei Firmenpleiten nicht zu den Gläubigern. Bei Wirecard sei das jedoch anders, sagte Tüngler: "Hier liegt bereits aufgrund einer Verletzung der Ad-hoc- und anderer Publizitätspflichten ein Schadenersatzanspruch seitens der betroffenen Aktionäre gegen die Gesellschaft vor." Er könne aber nur angemeldet werden, "wenn der konkrete Schaden in Euro definiert wird. Der einfache Hinweis darauf, dass es einen Anspruch auf Schadenersatz gibt, reicht nicht."

Die Anleger müssten aber selbst aktiv werden, um ihre Interessen im Insolvenzverfahren zu wahren. Vom Insolvenzverwalter solle das niemand erwarten. Die DSW baue eine europäische Plattform auf, um möglichst viele Anleger zusammenzufassen und auf Augenhöhe "mit den verschiedenen Anspruchsgegnern" zu verhandeln. Gespräche mit internationalen Prozessfinanzierern liefen.

Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und Insolvenz angemeldet. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Milliarden Euro summieren. Insolvenzverwalter Michael Jaffé will das Kerngeschäft, Beteiligungen und die nicht insolvente Wirecard-Bank verkaufen und die Erlöse an die Gläubiger verteilen. Den Wirecard-Vorstand und 730 der 1500 Beschäftigten in Aschheim bei München hat er entlassen.

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