Drei einfache Bergtouren: Gemütlich Wandern auf versteckten Pfaden

Raus an die frische Luft - aber nicht dorthin, wo sich alle stapeln. Diese drei einfachen Touren versprechen trubelfreie Erlebnisse zum Start ins Bergsteigerjahr.
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Das Hochmoor ist einer der Höhepunkte dieser Rundtour.
Das Hochmoor ist einer der Höhepunkte dieser Rundtour. © Wilfried und Lisa Bahnmüller

München - Der Schnee verschwindet, zumindest in den niedrigen Lagen, und auch ein bisschen weiter hoch kann man schon gehen - für Altschneereste lohnen sich noch Sicherheit gebende Wanderstöcke, die aber auch nur noch punktuell eingesetzt werden müssen. Der Frühling beginnt ganz zart und verstärkt damit auch den Drang, sich an der frischen Luft zu bewegen. Dort, wo die Berge eine schöne Aussicht versprechen, ein glitzernder See pittoreske Lichtspiele verspricht oder eine Hütte etwas Deftiges zum Mitnehmen, kann es allerdings, vor allem in diesen Zeiten, schnell voll und unangenehm werden.

Wanderführer stellt versteckte Routen vor

Da kommt der Wanderführer "Wandergeheimtipps Bayerische Hausberge" (J. Berg, 17 Euro) gerade recht: Wilfried und Lisa Bahnmüller sind Experten für weniger ausgelatschte Pfade und stellen in ihrem Buch 25 Touren vor, bei denen man in Ruhe in die Natur eintauchen kann - mit großen und kleinen Gipfelerlebnissen. Drei Touren, die Sie schon jetzt im Frühjahr und Restschnee machen können, stellen wir Ihnen hier vor.

25 Touren werden vorgestellt.
25 Touren werden vorgestellt. © ho

Zur Bauernrast: Ein stiller Weg ab Lenggries

Ausgangspunkt: Bahnhof Lenggries
Dauer: 3.15 Stunden
Strecke: 13 km
Höhenmeter: 300

Zur Bauernrast: Ein stiller Weg ab Lenggries
Zur Bauernrast: Ein stiller Weg ab Lenggries © ho

Gegenüber des Lenggrieser Bahnhofs beginnen wir unsere Wanderung in die Bahnhofsstraße. Sie knickt an der Sparkasse als Vorfahrtsstraße nach rechts ab, wobei wir geradeaus in die Geiersteinstraße wandern. Bergauf erreichen wir die Lenggrieser Schule, an der wir auf die Goethestraße treffen. Jetzt wandern wir nach rechts und folgen nun der Beschilderung Richtung Hohenburg/Mühlbach durch die Häuser von Lenggries. Wenn wir wieder in den Wald kommen, passieren wir die kalten Quellen, die aus dem Hang sprudeln und erreichen den Hohenburger Schlossweiher. Rechts geht es nun an dessen Ufer entlang, am anderen Ende halten wir uns wieder rechts, passieren den nächsten Weiher und stoßen östlich von Schloss Hohenburg wieder auf eine kleine Straße.

Vorbei an schönen Bauernhöfen: Wandern am Brauneck

In ursprünglicher Wanderrichtung passieren wir nun die Wanderparkplätze und die schönen Bauernhöfe von Mühlbach. Wir streifen die Ruinenreste der ehemaligen Guflmühle und gleich danach müssen wir etwas aufpassen. Jetzt queren wir nach rechts den Mühlbach, an einem Nebengebäude direkt am Bach entdecken wir ein kleines Schild, das nach Holz / Fleck weist. Knappe 200 Meter später folgen wir dem Sträßchen nach links und marschieren am Fuße des Hanges entlang, uralte Bäume stehen verteilt über dem Hang. Wir erreichen die Bauernhäuser von Holz und folgen nun links der Beschilderung "Rundweg Laßeln" weiter auf einem Feldweg. Rechts von uns erhebt sich auf der anderen Seite der Isar das Brauneck, an das sich die Benediktenwand anschließt. In einem kleinen Waldstück queren wir den Almbach und erreichen nach einem Holzlager einen weiteren Wanderparkplatz.

Auch bei Schnee ist die Tour ein Erlebnis - und noch weniger begangen.
Auch bei Schnee ist die Tour ein Erlebnis - und noch weniger begangen. © anf

Wir wenden uns nach links, dann ist die Straße für den öffentlichen Verkehr gesperrt (Schild Schönberg / Röhrlmoosstraße). Kurz darauf verlassen wir die Straße wieder und halten uns erneut links, weiter auf dem Weg, der als Laßeln-Rundweg bezeichnet ist. Er führt in einer Linkskurve am Fuße einer Almwiese entlang und wir erreichen eine Serpentine im Wald. An dieser Stelle werden wir nach dem Besuch der Bauernrast zurückkommen, jetzt folgen wir der Rechtskurve und der Beschilderung zur Bauernrast. Noch einmal gewinnen wir an Höhe und passieren nun die Almwiese auf ihrer oberen Seite. Wieder geht es in den Wald und an der nächsten Almwiese steigen wir die wenigen Meter rechts abwärts zur riesigen Tanne, die als Bauernrast bezeichnet wird. Wenn wir genügend pausiert haben, wandern wir die 1,5 Kilometer zurück und folgen nun rechts dem Wanderweg.

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Der Rückweg nach Lenggries

Er führt gleich aus dem Wald heraus, links und rechts von uns liegen große, feuchte Almwiesen. Links von unserem Weg treffen zwei kleine Wiesbächlein zusammen, die sich noch ziemlich ungeniert ihren eigenen Bachlauf suchen dürfen. Im Volksmund wird diese Stelle als Kalt- und Warmwasser-Laine bezeichnet. Es geht vorbei an den Höfen von Laßeln. Wir erreichen wieder Mühlbach. An den Wanderparkplätzen von Hohenburg biegen wir für das letzte Stück Rückweg diesmal nach links. Vorbei am Schloss, das heute eine Schule beherbergt, erreichen wir eine Straßenkreuzung. Hier biegen wir rechts ab und folgen nun der Karwendelstraße in die Ortsmitte von Lenggries. Über die Bahnhofsstraße erreichen wir den Ausgangspunkt.

Das Mühlegg: Versteckter Aussichtspunkt auf ein Gipfelmeer

Ausgangspunkt: Wildsteig, Parkplatz Kirchbergstraße
Dauer: 3 Stunden
Strecke: 9,5 km
Höhenmeter: 220

Das Mühlegg: Versteckter Aussichtspunkt auf ein Gipfelmeer
Das Mühlegg: Versteckter Aussichtspunkt auf ein Gipfelmeer © ho

Wir starten am Wanderparkplatz und steigen zunächst die Kirchbergstraße aufwärts. Sie führt uns zur Tourist-Info Wildsteig. Vor dem Gebäude wählen wir rechts den Dornersbachweg und wandern dann links am Café Peramarta vorbei. Gleich dahinter wird unser Sträßchen zum Feldweg, der abwärts über die Wiese führt. Am kleinen Teich steigen wir am Rand einer Wiese zu einem Bauernhof hinauf und treffen dort auf eine Straße. Dieser folgen wir rechts abwärts bis zur großen Autostraße, der Deutschen Alpenstraße. Dieser müssen wir für 200 Meter nach rechts folgen. Es gibt keinen Gehweg. Am besten queren wir die Straße vorsichtig, um dann auf der anderen Seite, so weit als möglich im Grünstreifen bis zur nächsten Einmündung zu marschieren. Nur folgen wir links der Beschilderung in die Illach-Schlucht. Nach einem Gebäude sind wir schon an der Illach unterwegs. Der Weg geht abrupt in einen Pfad über und quert dann auf einem überdachten Steg das Wasser. Auf der anderen Seite halten wir uns rechts und folgen nun der roten Nordic-Walking- und Mühlegg-Beschilderung. Von einer Schlucht kann hier jedoch nicht wirklich die Rede sein.

Eine Brücke in der Illach-Schlucht. Schaut märchenhaft aus.
Eine Brücke in der Illach-Schlucht. Schaut märchenhaft aus. © Wilfried und Lisa Bahnmüller

Wanderung mit Panoramasicht und einsamen Hexenhäuschen

Der wieder relativ breite Weg folgt einfach dem mäandernden kleinen Fluss und quert ihn kurz darauf erneut. Gleich danach verlassen wir den Taleinschnitt und steigen nach rechts auf einem Pfad durch den Wald das Hochufer hinauf. An einem Gedenkkreuz treten wir auf eine Wiese, die wir auf einem kaum ersichtlichen Pfad geradeaus zu einer Scheune und einem größeren Weg queren. Diesem folgen wir nun nach links und dürfen uns mit jedem Schritt über die immer besser werdende Panoramasicht freuen. Die erste Abzweigung nach rechts lassen wir unberücksichtigt. Erst der zweiten Abzweigung folgen wir nach rechts und wandern in östlicher Richtung geradeaus auf den Wiesenbuckel Mühlegg hinauf.

Die Aussicht ist wirklich absolut einmalig. Ganz oben stehen zwei Rastbänke und das Gipfelkreuz. Für den Rückweg folgen wir in ursprünglicher Wanderrichtung weiter dem Weg über den "Gipfel". Der führt abwärts am Waldrand entlang und dann wieder zu einem Feldweg. Gleich darauf folgen wir dem nächsten Feldweg, der in einer Spitzkehre stark nach links abbiegt (Schild Rothenbuch). Er bringt uns zu einem querenden Feldweg, dem wir nach rechts folgen. Vorbei an einem einsamen Hexenhäuschen queren wir in einem Waldstück den dunklen Latschgraben und wandern dann weiter in östlicher Richtung. Über die nächste Wegkreuzung geht es geradeaus. Dann erreichen wir, wiederum an einer kleinen Wegkreuzung, die Zufahrtsstraße zur Schönegger Käsealm.

Kurze Rast auf einem Findling

Dieser folgen wir in einer großen Kurve abwärts. Unten treffen wir wieder auf die Deutsche Alpenstraße, die wir geradeaus queren. Ein Schild weist uns in Richtung Morgenbach. Wir passieren nun den Schwaigsee, der uns im Sommer zu einem Sprung ins Wasser verleitet. Für ein Stück teilen wir uns die Straße mit etwas Autoverkehr, dann erreichen wir den Weiler Morgenbach. Nach der Rechtskurve nehmen wir rechts das kleine Sträßchen, das nun bereits nach Wildsteig beschildert ist. Wieder leicht aufwärts wandern wir über die Felder. Die Straße biegt nach links ab, wir haben eine letzte Möglichkeit, an einem großen Findling zu rasten. Ein Stück später folgen wir nur noch rechts der Straße zurück nach Wildsteig, wo wir uns links halten und vorbei am Gasthof Strauß unserem Ausgangspunkt wieder erreichen.

Auf die Spitzingscheibe: Geheimtipp unterhalb des Wendelsteins

Ausgangspunkt: Parkplatz Birkenstein
Dauer: 2,5 Stunden
Strecke: 6,5 km
Höhenmeter: 400

Auf die Spitzingscheibe: Geheimtipp unterhalb des Wendelsteins
Auf die Spitzingscheibe: Geheimtipp unterhalb des Wendelsteins © ho

Vom Wanderparkplatz steigen wir zunächst zur Straße hinauf, auf der wir den Platz erreicht haben und wenden uns auf ihr nach rechts. Gleich nach wenigen Schritten teilt sie sich. Der Großteil der Wanderer entschwindet nach links hinauf zum Breitenstein. Wir hingegen bleiben geradeaus und folgen nun immer der Beschilderung zum Wendelstein über die Spitzingalmen. Nach einem kleinen Waldstück führt unser immer noch fast ebener Weg auf eine Almwiese. Gut 250 Meter später teilt er sich in drei Wege.

Wir wählen den linken und wandern durch das Drehkreuz am Weiderost auf den nun ansteigenden Weg bergauf. Bald geht es wieder durch lichten Wald. Die Bäume stehen erfreulich locker, so dass wir zwischendurch immer wieder erste Ausblicke auf den Aiplspitz genießen. Von links stößt ein breiter Forstweg auf unseren Weg, wir bleiben einfach in Wanderrichtung. Auch wenn wir Forststräßchen eigentlich nicht mögen, ist dieser Weg erstaunlich abwechslungsreich. Bald türmt sich vor uns der markante Felsen der Kirchwand auf. Über zwei Kurven geht es noch ein Stück höher, links zweigt nun der Wanderweg als Pfad zum Wendelstein ab.

Von der Spitzingscheibe hat man eine tolle Aussicht auf das Gebiet rund um den Wendelstein.
Von der Spitzingscheibe hat man eine tolle Aussicht auf das Gebiet rund um den Wendelstein. © Wilfried und Lisa Bahnmüller

Vier kleine Almen liegen im Kessel

Wir jedoch bleiben dem Almstraßerl weiter treu. Es führt uns wenige Minuten später auf die Almwiesen der Spitzingalmen. Jetzt hat uns nicht nur die Sonne wieder, auch die Aussicht ist wunderschön. Tief unten im Leitzachtal liegt Geitau, dahinter erhebt sich der Gipfelreigen vom Spitzingsee mit dem Hochmiesing, der Rotwand, dem Jägerkamp und der Aiplspitz. Und kaum biegen wir etwas um die Ecke, liegt der Wendelstein direkt vor uns. Mit bloßem Auge sind die vielen Bauten auf seinem Gipfel gut zu erkennen. Weit scheint es nicht mehr zu sein, aber dafür müssten wir zwei weitere Stunden Bergaufstieg investieren. Insgesamt sind es vier Almen, die hier oberhalb eines Kessels liegen.

Die Wallfahrtskirche Birkenstein.
Die Wallfahrtskirche Birkenstein. © Wilfried und Lisa Bahnmüller

Man sieht ihnen ihr Alter an: wunderschön aus Bergsteinen errichtet, mit winzig kleinen Fenstern versehen, ist ihr Holz mittlerweile silbergrau, an manchen Stellen fast schwarz. Unser Lieblingsplatz für eine Brotzeit ist die Spitzingscheibe, der kleine grüne Hügel, der nur einen Katzensprung von den Almen entfernt liegt. So wandern wir an der südlichsten Alm über das Wiesenstück und steuern dann nicht das Almkreuz an, sondern halten uns auf der linken Seite des Hügels. Zunächst geht es noch auf einem Steig höher. Oben verlieren sich dann die Spuren oder sind nur noch als Kuhtritte vorhanden. Aber wir finden sicherlich ein Fleckchen auf der Wiese, das uns gefällt. Die Aussicht ist gleichbleibend beeindruckend, es wird sogar noch besser, denn zwischen den Bäumen hindurch erhaschen wir einen Blick hinüber zum Kaisergebirge. Wer diese Felswände noch besser sehen möchte, kann auch noch ein Stück weiter auf dem Wiesenbuckel gehen. Nach der ausgiebigen Rast geht es auf dem gleichen Weg zurück. Dann ist sicherlich noch Zeit, die kleine Wallfahrtskirche Birkenstein zu besuchen.

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