Münchens Lebensversicherung trocknet aus: Dramatische Bilder vom Sylvensteinspeicher

Aus dem lebenswichtigen Hochwasserspeicher für München ist ein bedrohlich austrocknender See geworden: Helfer retten Tausende Fische aus warmen Tümpeln, während Trockenheit und Wasserableitungen für volle Nachbarseen sorgen – und am Sylvensteinspeicher dramatische Folgen für das Ökosystem hinterlassen.
Natalie Kettinger
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Ein Ehrenamtlicher mit Kescher im Flachwasser des Sylvensteinsees.
Fischereiverein Lenggries 5 Ein Ehrenamtlicher mit Kescher im Flachwasser des Sylvensteinsees.
An den flacheren Stellen besteht der Sylvensteinsee nur noch aus einzelnen Tümpeln. Ehrenamtliche des Fischereivereins Lenggries kämpfen um das Leben der dort eingeschlossenen Fische und Krebse.
Fischereiverein Lenggries 5 An den flacheren Stellen besteht der Sylvensteinsee nur noch aus einzelnen Tümpeln. Ehrenamtliche des Fischereivereins Lenggries kämpfen um das Leben der dort eingeschlossenen Fische und Krebse.
Die Ehrenamtlichen des Fischereivereins arbeiten mit Elektro-Keschern, wofür eine spezielle Ausbildung notwendig ist.
Fischereiverein Lenggries 5 Die Ehrenamtlichen des Fischereivereins arbeiten mit Elektro-Keschern, wofür eine spezielle Ausbildung notwendig ist.
Verendete Fische.
Fischereiverein Lenggries 5 Verendete Fische.
Etwa alle zwei Tage sind die Helfer im Einsatz.
Fischereiverein Lenggries 5 Etwa alle zwei Tage sind die Helfer im Einsatz.

Die Bilder sind dramatisch: Zahlreiche tote Fische liegen im flachen, aufgeheizten Wasser auf der Seite. An etlichen Stellen ist das Wasser gänzlich verschwunden. Dazwischen waten Männer in Warnwesten und mit Elektro-Keschern durch regelrechte Rinnsale und versuchen, das Leben der Tiere dort zu retten.

Es sind Bilder vom Sylvensteinspeicher, der München vor Hochwasser bewahrt. Doch von Hochwasser kann hier aktuell keine Rede sein.  "Der Pegel des Sees liegt sechs Meter tiefer als normalerweise zu dieser Zeit", sagt Michael März, Vorsitzender des Fischereivereins Lenggries.

Die Ehrenamtlichen des Fischereivereins arbeiten mit Elektro-Keschern, wofür eine spezielle Ausbildung notwendig ist.
Die Ehrenamtlichen des Fischereivereins arbeiten mit Elektro-Keschern, wofür eine spezielle Ausbildung notwendig ist. © Fischereiverein Lenggries

Rund 5000 Fische haben die Helfer schon gerettet

Schuld ist die enorme Trockenheit im Freistaat. Doch während das Niedrigwasser am Starnberger und dem Chiemsee dazu führt, dass die Ausflugsschiffe weniger Anlegestege anfahren können, geht es hier um das Überleben von Hechten, Barschen, Schleien und Edelkrebsen. Etwa 5000 von ihnen haben die Ehrenamtlichen vom Fischereiverein in den letzten Wochen eingefangen und an tieferen Stellen im See wieder ausgesetzt, schätzt März. Fast jeden zweiten Tag seien sie mit fünf bis sechs Mann im Einsatz, um die Tiere zu retten.

Verendete Fische.
Verendete Fische. © Fischereiverein Lenggries

Vor allem Jungtiere sitzen in den "Fischfallen" fest

Die Dürre führt dazu, dass sich im See Senken bilden. "Fischfallen" nennen sie März und seine Mitstreiter – weil die Tiere nicht mehr entweichen können. Betroffen seien vor allem junge Fische, sagt der Fachmann. "Die alten wandern ins tiefere Wasser ab, bevor es gefährlich wird. Aber Jungfische mögen Flachwasser, weil es wärmer ist." Und sitzen bei anhaltender Trockenheit schließlich in einer tödlichen Falle.

An den flacheren Stellen besteht der Sylvensteinsee nur noch aus einzelnen Tümpeln. Ehrenamtliche des Fischereivereins Lenggries kämpfen um das Leben der dort eingeschlossenen Fische und Krebse.
An den flacheren Stellen besteht der Sylvensteinsee nur noch aus einzelnen Tümpeln. Ehrenamtliche des Fischereivereins Lenggries kämpfen um das Leben der dort eingeschlossenen Fische und Krebse. © Fischereiverein Lenggries

Welche Rolle Energiegewinnung bei all dem spielt

Es ist nicht das erste Jahr, in dem die Ehrenamtlichen ausrücken, um Fische aus dem Flachwasser zu bergen. Das habe es auch früher schon in heißen Sommern gegeben, sagt März. "Aber es wird immer extremer." Heuer sei die Lage so dramatisch, dass die Wasserabgabe an die Isar gedrosselt wurde, "damit mehr im See bleibt".

Etwa alle zwei Tage sind die Helfer im Einsatz.
Etwa alle zwei Tage sind die Helfer im Einsatz. © Fischereiverein Lenggries

Doch die anhaltend hohen Temperaturen, die in diesem Jahr ungewöhnlich viel Wasser verdunsten lassen, sind laut dem Vereins-Vorsitzenden nicht der einzige Grund für die momentane Notsituation. "Von der Isar und vom Rißbach wird viel Wasser in den Walchensee abgeleitet – und von der Dürrach in den Achensee in Tirol." An beiden Gewässern betreiben Stromkonzerne Kraftwerke. "Diese beiden Seen sind proppevoll", sagt Michael März, "und uns fehlt das Wasser. Dabei kann man die Menge, die wegfließt, steuern. Wir hätten uns gewünscht, dass im Vorfeld mit uns geredet worden wäre."

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  • Der wahre tscharlie vor 6 Minuten / Bewertung:

    Ach, das ist doch alles nicht so schlimm. Mal hat ein See mehr Wasser, mal weniger, mal regnets mehr, mal weniger......würden die Klimaleugner sagen.
    Die sind in Anbetracht der Niedrigwasser in den Flüssen, der weltweiten Waldbrände usw. auffallend still......

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  • linksgrünversifft vor 42 Minuten / Bewertung:

    Aber Moment mal, die Konservativen haben mir vorhin noch erklärt, die Dürre sei nicht real, weil gestern Abend hat's doch zwölf Minuten lang geregnet.

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