Doppel-Torschütze Kade Sinnbild für Augsburgs Weg zum Erfolg

Von Michael Gregoritsch bekam Anton Kade einen neuen Spitznamen verpasst. "Toni Doppelpack", sagte der Österreicher zu seinem Sturmpartner nach dessen zwei Toren beim 3:1 des FC Augsburg beim SV Werder Bremen. "Cooler Name. Den genieße ich", reagierte Talent Kade.
Die beiden Treffer in Bremen waren sein erster Doppelpack in der Fußball-Bundesliga. "Super seine Stärken genutzt. So wie wir es von ihm erhoffen. Und wenn er so weiterspielt wie die letzten Wochen, dann macht er uns am glücklichsten", sagte der 32-jährige Gregoritsch über seinen zehn Jahre jüngeren Kollegen aus der Abteilung Angriff. "Und ja, deswegen wirklich top."
Kade schon mit sechs Bundesliga-Toren
Kade hatte auch schon eine Woche zuvor beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt den Augsburger Treffer markiert. In Bremen unterstrich der gebürtige Berliner seine Fortschritte in dieser Saison. Insgesamt erzielte er sechs Bundesliga-Tore für den FC Augsburg, seit er im August 2025 vom FC Basel gekommen war.
"Ich habe schon nach dem letzten Spiel gesagt, ich werde ein Fazit am Ende der Saison ziehen", sagte der deutsche U21-Nationalspieler. "Aber bisher läuft es ziemlich gut." Er habe sich entwickelt, erklärte er. "Ich gehe in die Räume, wo die Flanken hinkommen, wo Gregerl den Ball hinspielt." So wie beim 1:0 in Bremen, als er ein klasse Zuspiel von jenem Gregoritsch stark verwertete.
"Ein großes Lob an die Scouting-Abteilung und die Sportdirektion, die ihn in Basel ausgegraben haben", sagte Trainer Manuel Baum mit einem Lächeln. Kade stehe "sinnbildlich für den Augsburger Weg, den er ja gerade beschreitet". Für die Entwicklung eines Spielers sei selten der Trainer zuständig, erklärte er. "Für die Entwicklung ist immer der Spieler selbst verantwortlich. Wir geben ein bissel die Rahmenbedingungen."
Baum wies noch auf andere Spieler neben Kade hin, die sich in dieser Saison entwickelt haben: Fabian Rieder, Noahkai Banks oder Mert Kömür. "Ich glaube, die Strategie, die wir mit den Spielern haben, ist klar."
Und jetzt in den Europapokal?
Der "Augsburger Weg" könnte in den Europapokal führen. Als Baum die Mannschaft Anfang Dezember von Kurzzeit-Coach Sandro Wagner übernahm, kämpfte sie gegen den Abstieg. Zwei Spieltage vor dem Saisonende sind die Augsburger als Tabellen-Neunter mit 40 Punkten längst gerettet. Sie haben nun sogar echte Tuchfühlung zu den Plätzen sieben und acht.
Baum wiegelte bei den Europapokal-Ambitionen noch ab. "Ich denke in Stufen: Die erste haben wir erklommen mit dem Klassenerhalt. Die zweite, die wir uns vorgenommen haben, ist, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz haben. Darauf schauen wir jetzt", erläuterte Baum. "Auf die dritte haben wir noch nichts geschrieben. Das ist auch zu viel 'Wenn, dann' für mich."
Erstmals seit elf Jahren Platz unter den ersten Zehn möglich
Schon jetzt ist klar, dass die 15. Bundesliga-Saison eine der besten der Augsburger seit dem Aufstieg 2011 wird. Sollte Platz neun am Ende herausspringen, wäre es das erste Mal seit 2013/14 (8. Platz) und 2014/15 (5. Platz), dass der Verein wieder unter den ersten Zehn abschneidet.
"Was am Ende rauskommt, weiß man nicht", sagte Gregoritsch. "Und selbst im Notfall - und ich sag's nicht gerne, weil es ein schlechter Schlusssatz ist: aber selbst wenn wir zweimal verlieren, ist es eine Top-Saison."