Dieser Mann suchte seine alten Freunde – per Anzeige!

Seitdem steht das Telefon von Hans Denzler (75) kaum mehr still. Besonders bei den Damen scheint der Ingenieur bleibenden Eindruck zu hinterlassen
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Hurra ich lebe noch! Mit dieser Anzeige i n einer Abo-Zeitung wollte Hans Denzler (75)  alte Freunde wiederfinden.
Klaus Schillinger Hurra ich lebe noch! Mit dieser Anzeige i n einer Abo-Zeitung wollte Hans Denzler (75) alte Freunde wiederfinden.

Seitdem steht das Telefon von Hans Denzler (75) kaum mehr still. Besonders bei den Damen scheint der Ingenieur bleibenden Eindruck zu hinterlassen

NÜRNBERG „Hurra, ich lebe noch!“ Darunter Name und Telefonnummer von Hans Denzler. Über diese Zeitungsannonce sprachen gestern wohl viele Nürnberger. „Nein, ich habe keine schwere Krankheit überstanden, und ich hatte auch keinen Unfall“, erklärt der 75-jährige Ingenieur für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. „Ich wollte einfach wieder Kontakt zu meinen alten Freunden und Arbeitskollegen herstellen.“

Und das ist ihm gelungen! Permanent klingelt in Denzlers Eibacher Eigentumswohnung das Telefon. Die Anzeige schaltete der Rentner nicht etwa aus Einsamkeit oder gar Langeweile: „Ich habe eine Freundin und viele Bekannte hier in Nürnberg. Ich habe einfach ab und zu verrückte Ideen“, lacht der gebürtige Wolkersdorfer.

Vor acht jahren starb seine Frau Christine, auch die drei Kinder sind längst ausgezogen

Vor acht Jahren verstarb Denzlers Frau Christine. Die drei Kinder waren schon lange aus dem 200 Quadratmeter großen Haus in Ezelsdorf (Kreis Nürnberger Land) ausgezogen. „Zwei Jahre hab’ ich dort noch gewohnt“, erzählt er. Per Anzeige suchte er eine Gefährtin, die zu ihm zieht. „Aber da war nichts Gescheites dabei.“ Außerdem: „Ich werde schließlich auch nicht jünger.“ Den Arzt in Laufweite, Einkaufsmöglichkeiten direkt ums Eck – all das wäre in Ezelsdorf nicht möglich gewesen. „Deshalb bin ich umgezogen. Obwohl ich dort eigentlich fest verwurzelt war.“

Und nun hat der 75-Jährige das, was man getrost als „Freizeitstress“ bezeichnen kann. Zum aktuellen Freundeskreis kommt der alte wieder dazu. Zahlreiche Namen und Telefonnummern hat sich der agile, 1,90 Meter große Rentner bereits notiert. „Mit einigen habe ich auch schon Treffen vereinbart“, lacht er. „Bei anderen habe ich mich erstmal schwer getan, sie überhaupt wieder zuordnen zu können.“ Kein Wunder: Teils kamen die Anrufe von Kollegen, die vor mehr als 50 Jahren mit ihm bei der MAN in die Lehre gingen.

Besonders bei der Damenwelt scheint er Eindruck hinterlassen zu haben. „Eine Frau hat sofort gefragt, ob ich verheiratet oder liiert bin. Als ich bejaht habe meinte sie nur: Schade!“ Ein verschmitztes Lächeln huscht über sein Gesicht.

kes

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