DGB: Tarifflucht spart Bayerns Wirtschaft Milliarden

Die Konjunktur erlahmt, Firmen müssen sparen, suchen aber Fachkräfte. Jetzt streiten DGB und Wirtschaft über die Tarifbindung.
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Der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena. Foto: Daniel Karmann/dpa
dpa Der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena. Foto: Daniel Karmann/dpa

München (dpa/lby) - Bei flächendeckender Tarifbindung würden Beschäftigte in Bayern nach einer Rechnung der Gewerkschaften 3,5 Milliarden Euro mehr pro Jahr verdienen. Der DGB-Landesvorsitzende Matthias Jena sagte am Mittwoch in München, die Hälfte der 5,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten werde nicht nach Tarif bezahlt. Sonst hätten sie am Jahresende im Durchschnitt gut 1300 Euro mehr in der Tasche, und die Sozialkassen könnten 2,5 Milliarden Euro mehr Beiträge und der Fiskus 1,5 Milliarden Euro mehr Einkommensteuer kassieren.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft widersprach entschieden. Flächentarifverträge gälten für gut 80 Prozent der Beschäftigten direkt oder indirekt. Zudem sei "die Diffamierung nicht tarifgebundener Unternehmen, die in Bayern sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen", ungerecht. "Die Schönrechnerei des DGB im Hinblick auf entgangene staatliche Einnahmen verkennt marktwirtschaftliche Grundsätze", sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Der Gewerkschaftsbund fordert, öffentliche Aufträge und Fördergelder nur noch an tarifgebundene Unternehmen zu vergeben. "Der Staat darf nicht mit Steuergeldern auch noch Lohndumping unterstützen", sagte Jena. Außerdem müssten Tarifverträge leichter für allgemeinverbindlich erklärt werden können. Dagegen pochte die vbw auf das Recht der Unternehmen, sich nicht am Flächentarifvertrag zu beteiligen.

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