Der Sommerhitze entfliehen: Wanderwege in kühlen Klammen – drei Geheimtipps

Klammen sind perfekte Hitzefluchten: meist schattig, feuchte Luft und Wege direkt am Wasser. Unsere drei Geheimtipps — Almbach-, Klausenbach- und Wimbachklamm — bieten Wasserfälle, Brückenstege und eine wohltuende Abkühlung.
von  Anne Hund
Malerisch: Durch die Almbachklamm bei Marktschellenberg führen zahlreiche Brücken und Stege.
Malerisch: Durch die Almbachklamm bei Marktschellenberg führen zahlreiche Brücken und Stege. © Bergerlebnis Berchtesgaden

Bei hohen Temperaturen lockt es viele in den Sommerferien an den See oder hoch hinauf auf eine Berghütte, wo Wanderer auf ein frisches Lüftchen hoffen können.

Eine schöne Alternative zu alledem: ein Ausflug zu einer Klamm. Dort ist es größtenteils herrlich schattig und dank der Wege und Brücken am Wasser entlang meist deutlich kühler. Wer genügend Zeit für einen Tagesausflug mitbringt, findet im Berchtesgadener Land oder im Chiemgau schöne Ziele, um der Sommerhitze in der Stadt zu entfliehen.

Achtung bei witterungsbedingten Änderungen

So viel vorneweg: Vor einem Ausflug ins Gebirge sollte man sich unbedingt nach den aktuellen Wetterbedingungen erkundigen (zum Beispiel unter https://www.alpenverein.de/bergwetter/). Denn wegen der Höhe kann es in den Bergen viel schneller als im Tal zu einem Wetterumschwung kommen. Tragen sollte man natürlich Wanderschuhe, und auch an eine Regenjacke denken.

Bei der Planung sollte man sich zudem aktuell darüber informieren, ob die Klammen auch wirklich geöffnet sind – denn auch spontan können sich hier (witterungsbedingte) Änderungen ergeben.

So wird bei der Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, die bei Touristen beliebt ist, derzeit darauf hingewiesen, dass "für ein entspanntes Klammerlebnis" die Wochentage "vor 10.30 Uhr beziehungsweise nach 15 Uhr" empfehlenswert seien. Gerade die Wochenenden sollte man hier derzeit also besser meiden. Die Klamm sei geöffnet. Aber der Weg "nach der Partnachklamm Richtung Bockhütte" sei wegen Forstarbeiten derzeit und noch "voraussichtlich bis zum 14. August" gesperrt. Zum Glück gibt es noch andere – weniger bekannte – Klammen in idyllischster Landschaft. Hier drei Geheimtipps.

Almbachklamm bei Marktschellenberg

Tosend stürzt sich der Almbach am Fuß des Untersbergs in die Schlucht der Almbachklamm. Das Naturschauspiel können Besucher vom Weg aus bestaunen. Ausgangspunkt ist "Deutschlands älteste noch betriebene Kugelmühle", teilt man beim "Bergerlebnis Berchtesgaden" mit. Auf dem gut ausgebauten Steig durch die Almbachklamm genießt man Ausblicke auf den reißenden Wildbach mit Wasserfällen und riesigen Gumpen. Im Anschluss weitet sich die Schlucht und man erreicht den Scheitelpunkt der Wanderung – die Theresienklause. Die Gehzeit für die insgesamt 6,3 Kilometer lange Strecke mit 426 Höhenmetern liegt bei ungefähr zweieinhalb Stunden.

Insgesamt "29 Brücken und Stege, 320 Stufen und ein in den Fels gesprengter Tunnel machen den Weg durch die tiefe Schlucht des Almbachs begehbar", informiert die Gemeinde Marktschellenberg. Bei der Wanderung durch die romantische Schlucht der Klamm findet man viele schattenspendende Bäume – und "Wasser, das die Luft abkühlt".

Malerisch: Durch die Almbachklamm bei Marktschellenberg führen zahlreiche Brücken und Stege.
Malerisch: Durch die Almbachklamm bei Marktschellenberg führen zahlreiche Brücken und Stege. © Bergerlebnis Berchtesgaden

Die Almbachklamm ist bei guter Witterung im Sommer täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Sommerunwetter könnten auch kurzfristige Sperrungen verursachen (alle aktuellen Informationen findet man unter www.marktschellenberg.de/almbachklamm). Erwachsene bezahlen für den Eintritt regulär neun Euro, Kinder ab sechs Jahren sowie Jugendliche bis zu 18 Jahren sechs Euro. Eine Familienkarte (Eltern mit Kindern bis 18 Jahre) kostet 22 Euro. Ausgangspunkt ist der kostenlose Parkplatz Almbachklamm. Wer mit der Bahn anreist, nimmt am Hauptbahnhof Berchtesgaden den Bus der Linie 840.

Klausenbachklamm bei Reit im Winkl

Der Premium-Wanderweg "Klausenbachklamm" ist eine abwechslungsreiche Runde durch Bergwald und Almwiesen mit knapp zehn Kilometern Länge und 295 Höhenmetern. Höhepunkt der knapp dreieinhalbstündigen Wanderung im Chiemgau ist die Klausenbachklamm mit überhängenden Felswänden, Treppen und Brücken.

Idyllisch: die Klausenbachklamm.
Idyllisch: die Klausenbachklamm. © Tourist-Information Reit im Winkl

Gut zu wissen: "Im Gebiet des kleinen Klausenbachs ist es schön schattig und besonders an heißen Tagen angenehm zum Wandern und für ruhige Pausen", heißt es vonseiten der Tourist-Information in Reit im Winkl auf AZ-Nachfrage. Auf dem Weg in Richtung des Ortsteils Blindau kommt man zudem an der Heuchner Lack vorbei, einem idyllischen Weiher.

Wer mag, kann bei der vorgeschlagenen Runde außerdem in der Klausenbergalm (Öffnungszeiten mittwochs bis sonntags, jeweils 11 bis 17 Uhr) auf der Tiroler Seite einkehren. Der Zugang zur Klausenbachklamm ist kostenlos. Anfahrt über die A8 bis Reit im Winkl. Parkplätze gibt es etwa am Festsaal. Oder man fährt mit der Bahn bis Prien am Chiemsee, dann mit dem Bus 9505 bis Reit im Winkl, Haltestelle Festsaal.

Wimbachklamm bei Ramsau

Am Eingang des Hochtals zwischen Watzmann und Hochkalter in Ramsau liegt eine enge Schlucht: die Wimbachklamm. Der Weg durch die Wimbachklamm sei "ein kurzer Spaziergang – aber ein sehr spektakulärer", heißt es auf www.berchtesgaden.de. Die Gehzeit liegt bei etwa 15 Minuten. Auf rund 200 Metern schlängelt sich der Wanderweg über Brücken und Stege entlang der Schlucht.

Romantisch: die Wimbachklamm.
Romantisch: die Wimbachklamm. © Bergerlebnis Berchtesgaden

Wer mag, kann das Ganze mit einer ausgedehnteren Wanderung verbinden. Denn durch die Wimbachklamm sowie im Anschluss zur Einkehr "Wimbachschloss" führt eine rund zweistündige Tour, die an der Wimbachbrücke beginnt. Von dort aus wandert man der Beschreibung zufolge zuerst "in Richtung Süden entlang des Wimbachs, zunächst über Wiesen und anschließend durch lichten Wald", bis man den Eingang zur Wimbachklamm erreicht.

Nun folgt man dem beschilderten Weg in Richtung Wimbachgrieshütte. "Nach Erreichen des Schuttstroms des Wimbachgrieses" geht es "leicht bergauf zum bewirtschafteten Wimbachschloss". Für den Rückweg wandert man "auf demselben Weg bis zur Klamm" – und "anschließend oberhalb der Klamm zurück bis zum Ausgangspunkt". Die beschriebene Tour umfasst insgesamt 8,5 Kilometer und 312 Höhenmeter.

Die Tourist-Info Ramsau warnt: Der Weg auf den Stegen durch die Klamm könnte nass und rutschig sein. Deshalb sollte man unbedingt auf "trittsicheres Schuhwerk" achten. Außerdem sollte man bei der Ausflugsplanung beachten, dass der Zugang zur Wimbachklamm "ausschließlich vom Klammeingang möglich" ist.

Im Sommer ist die Wimbachklamm nach Angaben der Tourist-Info Ramsau normalerweise täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet. Die Eintritts-Bons gebe es nur an einem "Automaten am Wimbachlehen, etwa 300 Meter vor dem Eingang zur Klamm", so zudem die Auskunft (Bargeld nicht vergessen). Für Erwachsene (sowie für Kinder ab sieben Jahren) kostet der Eintritt vier Euro.

Für die Anreise mit dem Auto (Salzburger Autobahn bis zur Ausfahrt Bad Reichenhall, über Reichenhall und Bischofswiesen in Richtung Ramsau) wird der Parkplatz an der Wimbachbrücke empfohlen. Wer öffentlich anreist, nimmt am Hauptbahnhof Berchtesgaden den Bus der Linie 846 (Haltestelle Wimbachbrücke).

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