Der Nabel der EU liegt bald auf einem Acker bei Würzburg

Großbritannien verabschiedet sich an diesem Freitag zu später Stunde aus der EU. Das könnte ein kleines Dorf in Unterfranken aus seinem Schattendasein führen.
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Ein Weg führt zum neuen geografischen Mittelpunkt der Europäischen Union auf einem Feld nahe Gadheim. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild
dpa Ein Weg führt zum neuen geografischen Mittelpunkt der Europäischen Union auf einem Feld nahe Gadheim. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Gadheim (dpa/lby) - Wenn Großbritannien in der Nacht zu Samstag die Europäische Union verlässt, wird das etwa 80-Einwohner-Dorf Gadheim bei Würzburg der neue geografische Mittelpunkt der EU sein. 9 Grad, 54 Minuten, 7 Sekunden östlicher Länge und 49 Grad, 50 Minuten, 35 Sekunden nördlicher Breite - so lauten nach Berechnungen des Nationalen Geografischen Instituts Frankreichs (IGN) die Koordinaten für die Stelle auf einem Feld in Unterfranken.

In Gadheim, einem Ortsteil der Gemeinde Veitshöchheim, ist die Aufregung allerdings nicht mehr groß. An drei Fahnenmasten hängen längst die Flaggen von Veitshöchheim, Deutschland und der Europäischen Union - schließlich schieben die Briten den Brexit seit Jahren vor sich her. Mit dem EU-Austritt in der Nacht zum 1. Februar verlagert sich der geografische Mittelpunkt der EU zwar, bleibt aber in Unterfranken. Bisher liegt er im Ort Westerngrund bei Aschaffenburg.

Das ING berechnet den Mittelpunkt anhand der EU-Grenzen. Dazu bestimmt sie den sogenannten Flächenschwerpunkt. Würde man die Konturen der Fläche auf eine Platte übertragen, sie aussägen und an einer Schnur aufhängen, wäre diese Platte im berechneten Mittelpunkt perfekt ausbalanciert.

Sollte der Brexit tatsächlich kommen, erwarten die Gadheimer internationale Gäste, wie Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz (CSU) sagt. Bisher ist auf dem Acker mit Blick ins Maintal nur ein kleiner Platz unweit der Masten gepflastert. Später sollen etwa Informationstafeln über die geschichtlichen Ereignisse nach dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 informieren, die Gadheim 2020 ins Zentrum rückten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will laut Götz den Nabel der EU bald besuchen.

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