Datenschützer warnt nach Gewalttat vor mehr Videoüberwachung

Nach dem tödlichen Angriff auf einen 49-Jährigen in der Augsburger Innenstadt hat der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri vor einer Ausweitung der Videoüberwachung gewarnt. Die Städte dürften nicht mit Kameras zugepflastert werden, sagte Petri am Montag der Deutschen Presse-Agentur.
| dpa
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Am Ausburger Königsplatz sind an einem Mast Videoüberwachungskameras angebracht. Foto: Stefan Puchner/dpa
dpa Am Ausburger Königsplatz sind an einem Mast Videoüberwachungskameras angebracht. Foto: Stefan Puchner/dpa

Augsburg - Nach dem tödlichen Angriff auf einen 49-Jährigen in der Augsburger Innenstadt hat der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri vor einer Ausweitung der Videoüberwachung gewarnt. Die Städte dürften nicht mit Kameras zugepflastert werden, sagte Petri am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Videoüberwachung muss die Ausnahme sein, die gerechtfertigt ist, aus dem Schutzgedanken heraus."

Eine Gruppe Jugendlicher war am Freitagabend am Augsburger Königsplatz, der seit einem Jahr von der Polizei per Video überwacht wird, mit zwei Ehepaaren aneinandergeraten. Die beiden Ehemänner sollen gegen den Kopf geschlagen worden sein. Ein Mitarbeiter der Augsburger Berufsfeuerwehr starb noch am Tatort, sein 50 Jahre alter Freund wurde schwer verletzt. Auch dank der Videoaufnahmen konnten am Sonntag alle sieben Gesuchten gefasst werden, zwei 17-Jährige sollen die Haupttäter sein.

Petri betonte, dass jede Kamera im öffentlichen Raum eine Grundrechtsverletzung der Bürger sei. "Das muss man ganz klar so sagen." Während manche Menschen die Überwachung tolerierten, gebe es bei anderen Bedenken. "Wir haben viele Bürger, die sich über Videoüberwachung beschweren."

Eine flächendeckende Videoüberwachung sei auch deswegen nicht sinnvoll, da es gar nicht das Personal gebe, um die Aufnahmen von allen Orten im Blick zu behalten und zu reagieren. In einer Zentrale könnten zwei Mitarbeiter vielleicht 20 Monitore kontrollieren. "Aber die können nicht 100 oder 200 Kameras in den Blick nehmen", meinte Petri. Außerdem zeige auch die Erfahrung, dass die Kameras in der Regel keine Straftaten verhinderten.

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