Das neue Schuljahr startet - Schulwegsicherheit im Fokus

Für viele Erstklässler ist es das erste Mal, dass sie sich alleine im Straßenverkehr bewegen. Aber auch in der Obhut der Eltern sind sie nicht immer sicher. Der Innenminister kündigt Kontrollen an.
von  dpa
Das neue Schuljahr beginnt. (Archivbild)
Das neue Schuljahr beginnt. (Archivbild) © Fabian Sommer/dpa

Die unbeschwerten Ferientage sind vorbei: Für 1,77 Millionen Schülerinnen und Schüler im Freistaat beginnt an diesem Dienstag das neue Schuljahr. Rund 132.000 Kinder machen sich - meist mit Schultüten im Arm - zum ersten Mal auf den Weg in ein Klassenzimmer. 

Die Schülerzahlen sind heuer so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Zugleich ist die Versorgung mit Lehrkräften selbst nach Bekunden von Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) "sehr angespannt". 

Angespannt sind auch viele derjenigen, die für die Sicherheit auf dem Schulweg zuständig sind. "Viele Schulwege sind für Kinder noch nicht sicher genug", betont etwa der Fahrradclub ADFC Bayern. 2024 seien deutschlandweit 27.260 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr verunglückt, mehr als ein Drittel davon auf dem Fahrrad. "Besonders häufig passiert das werktags zwischen 7.00 und 8.00 Uhr sowie zwischen 15.00 und 17.00 Uhr – also genau zu den typischen Schulwegzeiten."

Schulweg gemeinsam üben

Der ADFC rät daher dazu, dass Eltern den Schulweg mit ihren Kindern gemeinsam festlegen und zu jenen Zeiten üben sollten, zu denen die Kinder zu Schulzeiten auch unterwegs sein werden. Dabei solle nicht die schnellste, sondern die sicherste Route gewählt werden. 

Wenn die Kinder mit dem Fahrrad zur Schule fahren, solle man anfangs gemeinsam radeln, rät der ADFC. Im zweiten Schritt sollten die Kinder mit etwas Abstand vorausfahren und erst, wenn alle ein gutes Gefühl hätten, dürften sie alleine los. Dabei müssen Kinder bis acht Jahre auf dem Gehsteig fahren, Kinder bis zehn Jahre dürfen es.

Gurt anlegen - Kontrollen angekündigt

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) legt derweil den Fokus auf eine weitere Gefahrenquelle: Der Anteil nicht angeschnallter Pkw-Insassen unter den tödlich Verunglückten in Bayern ist vergangenes Jahr deutlich auf rund ein Fünftel gestiegen. "Ein Sicherheitsgurt kann im entscheidenden Moment Leben retten", betont Herrmann und kündigt zum Schuljahresbeginn eine landesweite Kontrollaktion rund um Schulen und Kindergärten sowie an Schulwegen an.

Wer mit der Bahn zur Schule fahre, solle niemals die Gleise betreten, rät derweil die Bundespolizeiinspektion München. Und gibt noch zwei klare Empfehlungen: "Smartphone weg und Ohren frei!" sowie "Keine Selfies oder Videos im Gleisbereich!" Auch sollten Kinder und Jugendliche auf dem Bahnsteig nicht drängeln oder schubsen. Und wenn etwa Handy oder Ranzen ins Gleis gefallen seien, sollte man den Gegenstand unbedingt liegenlassen und das Personal informieren.

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