Cyberangriff auf Landratsamt Cham

E-Mail-Verkehr und Internetdienste des Landratsamtes Cham waren zeitweise gestört - jetzt ist die Ursache bekannt.
dpa |
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Ein Cyberangriff sorgte zeitweise für Störungen im Landratsamt Cham. (Symbolbild)
Ein Cyberangriff sorgte zeitweise für Störungen im Landratsamt Cham. (Symbolbild) © Philip Dulian/dpa
Cham

Eine Cyberattacke gegen das Landratsamt Cham hat zeitweise für Störungen im kommunalen Computernetzwerk gesorgt. Einer Sprecherin zufolge ereignete sich der mehrstündige Angriff am Donnerstag und betraf auch mehrere Gemeinden im Landkreis, die über das kommunale Behördennetz angebunden sind. Nach bisheriger Kenntnis seien keine Daten entwendet oder manipuliert worden.

Der Vorfall sei ein sogenannter Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS) gewesen, hieß es. Ziel sei dabei nicht das Ausspähen von Daten, sondern die Überlastung der Systeme und Dienste durch eine extrem hohe Anzahl gleichzeitiger Anfragen. Die Angriffswelle habe in den frühen Morgenstunden begonnen und sich in Wellen gesteigert.

Die interne IT-Abteilung habe die Ursache gemeinsam mit einer Fachfirma und dem Internetprovider bis zum Mittag aufgeklärt und Schutzmaßnahmen aktiviert, so dass ab dem Nachmittag der Regelbetrieb schrittweise habe wieder aufgenommen werden können, teilte die Sprecherin weiter mit. Der Vorfall sei dokumentiert und wird zur weiteren Verfolgung bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt.

Landrat: Handlungsfähigkeit gewährleistet

Ein Firewallkonzept, klar definierte Notfallprozesse, festgelegte Ansprechpartner sowie regelmäßig durchgeführte Sicherheitsüberprüfungen hätten sich bewährt, erläutert der Leiter des Sachgebiets Informations- und Kommunikationstechnik, Reinhard Babl. Die Maßnahmen sollen aber dennoch ausgebaut werden.

Landrat Christian Schindler ergänzte: "Der Vorfall hat gezeigt, dass unsere Sicherheitskonzepte funktionieren und die Handlungsfähigkeit unserer Verwaltung auch in einer solchen Lage gewährleistet bleibt."

Der Angriff erfolgte nach bisherigen Erkenntnissen aus einem weltweiten Netz kompromittierter Systeme. Die Anfragen stammten aus rund 50 Ländern, darunter Brasilien, Indien, Mexiko, Argentinien, der Irak und Bangladesch.

Die Behördensprecherin verwies auf das Bayerische Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI), nach dem DDoS-Angriffe zu den häufigsten Formen von Angriffen auf die Verfügbarkeit von IT-Systemen zählen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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