CSU und Freie Wähler wollen freiwilliges "Bayernjahr" bald anbieten

Was tun nach dem Schulabschluss? CSU und Freie Wähler wollen junge Menschen in ein "Bayernjahr" locken. Was dahintersteckt und wann es losgehen soll.
AZ/dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
2  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
CSU und Freie Wähler wollen ein freiwilliges "Bayernjahr" etablieren. (Archivbild)
CSU und Freie Wähler wollen ein freiwilliges "Bayernjahr" etablieren. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa
München

CSU und Freie Wähler treiben zusammen mit Sozial- und Umweltverbänden, mit Feuerwehr und bayerischer Wirtschaft die Idee eines freiwilligen "Bayernjahres" für junge Menschen voran. Sie haben sich nun auf einen gemeinsamen Antrag zur Umsetzung des CSU-Vorstoßes verständigt. Parallel fordern beide Fraktionen ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr auf Bundesebene – das ist aber ein komplizierteres, langwierigeres Unterfangen.

Idee des "Bayernjahres" ist: Männer und Frauen sollen, auch mithilfe konkreter Anreize, dazu gebracht werden, sich mehrere Monate lang in den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Umwelt oder Sicherheit zu engagieren – oder in mehreren dieser Bereiche. Dafür könnten im Gegenzug Führerscheinkosten übernommen werden, oder es könnte Vorteile bei der Studienplatzvergabe geben. Wie genau dies passieren soll und wer die Kosten dann trägt, ist allerdings noch offen.

Wann es losgehen könnte

Losgehen solle es möglicherweise schon in einem Jahr. "Wir sind sehr ambitioniert", sagte CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek und nannte als Ziel Herbst 2027 oder Frühjahr 2028 – ohne dass man sich jetzt schon auf einen Termin festlegen könne. Klar ist: Es soll dann ein einheitliches und vollständig digitales Anmelde- und Informationsportal geben, über das sich Interessierte unkompliziert für die verschiedenen Module bewerben können.

Wichtig ist beiden Koalitionspartnern: Das neue "Bayernjahr" soll auf bestehenden Strukturen von freiwilligem Wehrdienst, freiwilligem sozialem und ökologischem Jahr sowie Bundesfreiwilligendienst aufbauen und keine Konkurrenz dazu sein. "Ziel ist es, diese bestehenden Programme zu vernetzen, zu bündeln und weiterzuentwickeln, um besonders jungen Menschen neue Kombinationsmöglichkeiten zu eröffnen", heißt es in dem gemeinsamen Antrag.

Welche Module es geben soll

Konkret soll es vier Module geben, nämlich Sicherheit (etwa mit Feuerwehr, Katastrophenschutz, Sicherheitswacht, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst, Polizei und Bundeswehr), Soziales (mit Pflege, Kinder- und Jugendhilfe, Behinderten- oder Altenarbeit, gemeinnützigen Organisationen, Vereinen), Umwelt (mit Natur-, Umwelt- und Klimaschutzprojekten, Umweltstationen oder -verbänden), und Wirtschaft (mit Praktika in Unternehmen und Betrieben). Die vier Module sollen auch möglichst flexibel kombiniert werden können.

Anreize für Interessierte erhoffen sich CSU und Freie Wähler von den Trägern. "Die Träger können den Freistaat dabei unterstützen, Anreize für Teilnehmende zu entwickeln – etwa durch die Anerkennung bei der Studienplatz- oder Wohnraumvergabe oder über die freiwillige Übernahme von Führerscheinkosten, Bahntickets oder Kulturgutscheinen", heißt es in dem Antrag. Klar ist: Alle Teilnehmer sollen am Ende ein Zertifikat bekommen.

Beide Fraktionsspitzen warben nun gemeinsam für den Vorstoß. Unterstützung signalisierten – stellvertretend für weitere Partner in allen Bereichen – unter anderem die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, der Landesfeuerwehrverband, die Caritas und die Landschaftspflegeverbände.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • Boandl_kramer vor 2 Minuten / Bewertung:

    Das könnte manchen bei der beruflichen Orientierung helfen, an der es jungen Leuten oft mangelt weil es in der Schule kaum Thema war.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Der wahre tscharlie vor 31 Minuten / Bewertung:

    Sorry, wozu ein "Bayernjahr", wenn sich Jugendliche heute schon freiwillig engagieren können?
    Gut, das mit dem "Lockmittel" Führerschein kann ich irgendwie nachvollziehen. Früher sind auch viele nur deshalb zum Bund gegangen, weil sie den Führerschein umsonst machen konnten.
    In Zeiten, in denen man angeblich die Bürokratie abbauen will, wird sie an anderer Stelle aufgebaut.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.