CSU-Bürgermeister: Wo sind die 300.000 Euro?

Der 37-jährige Matthias Schneiderbanger soll rund 300 000 Euro unterschlagen haben und wird festgenommen. Er hätte seine Schuld eingestanden, heißt es.
| Ralph Hub
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Matthias Schneiderbanger, der Ex-Rathauschef der Gemeinde aus dem Landkreis Bamberg, soll angeblich 300.000 Euro illegal kassiert haben.
https://www.facebook.com/matthias.schneiderbanger.75 Matthias Schneiderbanger, der Ex-Rathauschef der Gemeinde aus dem Landkreis Bamberg, soll angeblich 300.000 Euro illegal kassiert haben.

BAMBERG - "Ehrlich, menschlich, bescheiden". So steht es jedenfalls auf der Homepage des Zapfendorfer Bürgermeisters Matthias Schneiderbanger. Doch es könnte sein, dass der CSU-Politiker etwas dick aufgetragen hat. Er soll Geld aus der Gemeindekasse abgezweigt haben.

In Zapfendorf, einer 5000 Einwohner zählenden Gemeinde im Landkreis Bamberg, sind die Menschen geschockt. Kaum einer mag glauben, dass sich ihr Bürgermeister auf Kosten der Gemeinde bereichert haben soll. 300 000 Euro sind es angeblich, die aus der Gemeindekasse verschwunden sind. Vergangene Woche flog die Sache bei einer Kassenprüfung im Rathaus auf. In den internen Unterlagen stand unterm Strich ein gewaltiger Fehlbetrag.

Lesen Sie hier: Matthias Schneiderbanger - Bürgermeister in Oberfranken festgenommen - Untreueverdacht

Am Mittwoch bekam Matthias Schneiderbanger deshalb Besuch von der Polizei. Der CSU-Mann wurde wegen des Verdachts auf Untreue vorläufig festgenommen, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt bestätigt. Schneiderbanger sei mit den Vorwürfen konfrontiert worden.

Er hätte seine Schuld eingestanden, heißt es. Bei Hausdurchsuchungen wurden Unterlagen sichergestellt, die noch geprüft werden. Der Gemeinderat wurde bereits informiert. Gestern wurde der CSU-Mann dem Haftrichter vorgeführt. Matthias Schneiderbanger hatte erst im März für den Posten des Bürgermeisters in Zapfendorf kandidiert und sogar gleich im ersten Wahlgang gewonnen. Die Krönung seiner Karriere. Der 37-Jährige hatte im Rathaus als Lehrling in der Verwaltung begonnen. Er holte sein Abi nach, arbeitete sich hoch, absolvierte Fortbildungskurse. Das Geld soll in seiner Zeit als Kassenwart verschwunden sein.

Wo sind die 300.000 Euro?

Im Ort fiel er durch seinen bescheidenen Lebensstil auf. Er fährt kein dickes Auto und wohnt noch im Haus seiner Eltern. Wofür er das Geld verwendet haben soll, ist unklar. Der „Fränkische Tag“ berichtet über Spekulationen, dass er sich, damit an Unternehmen im Ausland beteiligt habe, etwa an einer Zigarettenfabrik in der Dominikanischen Republik. Die Staatsanwaltschaft will das nicht bestätigen. Am Donnerstag sollen weitere Details genannt werden.

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