Coronavirus in Würzburger Pflegeheim: Keine Ermittlungen

Es ist ein Schreckensszenario: Jemand schleppt das neue Coronavirus in ein Heim für ältere Menschen in Würzburg. Viele Bewohner und Pflegekräfte infizieren sich mit dem Erreger. Für einige Menschen mit Vorerkrankungen endet das tödlich.
| dpa
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An der Tür zum Seniorenheim ist ein Schild angebracht, das von Besuchen dieser Einrichtung abrät. Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild
dpa An der Tür zum Seniorenheim ist ein Schild angebracht, das von Besuchen dieser Einrichtung abrät. Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Würzburg (dpa/lby) - Nach dem Tod von neun Menschen aus einem Würzburger Pflegeheim durch eine Infektion mit dem neuen Coronavirus gibt es bisher keine Hinweise auf eine Straftat. "Es gibt aktuell keinen Grund, Ermittlungen zu führen", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Unterfranken am Montag. Man sei mit der betroffenen Pflegeeinrichtung aber weiter in Kontakt - dies sei üblich, wenn Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung stürben.

Auch die Staatsanwaltschaft Würzburg ist bislang in keinen durch das Virus verursachten Todesfall in ihrem Zuständigkeitsbereich eingebunden. "Nach hiesiger Kenntnis handelt es sich um Todesfälle aus medizinischer Ursache", teilte die Behördensprecherin mit Blick auf die neun Toten des Würzburger Heims mit. Anhaltspunkte für strafbares Verhalten Dritter oder Anzeigen gebe es bisher nicht.

In der Nacht zum 12. März war der erste Patient bayernweit in Würzburg nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Der über 80-Jährige hatte Vorerkrankungen und war Bewohner des Würzburger Pflegeheims, in dem sich etliche Menschen mit dem Virus infizierten.

Im Universitätsklinikum Würzburg wurden am Montag elf Patienten mit einer Covid-19-Infektion betreut. Drei Menschen davon liegen den Angaben zufolge auf einer Intensivstation, die anderen acht auf einer Infektionsstation. Von diesen acht sind fünf Patienten aus dem besonders vom Coronavirus betroffenen Heim.

Die Stadt Würzburg hat bei der Bundeswehr Sanitäter angefragt, die in der Einrichtung helfen sollen. "Noch haben wir keine Bestätigung, dass das klappt", sagte ein Stadtsprecher.

37 Bewohner des Heimes sind nach Angaben der Leitung vom Montag positiv auf den neuen Erreger getestet worden. Neun davon starben bisher - alle hatten Vorerkrankungen und waren älter als 80 Jahre. Zudem sind zahlreiche Pflegekräfte in Quarantäne zu Hause, 33 davon mit positivem Test auf das neuartige Virus Sars-CoV-2. Gegen den Personalengpass in dem Haus sollen die Bundeswehrkräfte helfen. Wie das Virus in das Heim gelangte, ist bisher unklar.

In der Region waren bis Sonntagabend knapp 3000 Menschen in Quarantäne, wie ein Sprecher der Regierung von Unterfranken sagte. Zugleich waren 487 Infizierte in dem Regierungsbezirk registriert.

In Bayern sind inzwischen 5719 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Montag (Stand: 10.00 Uhr) mit. Demnach sind bislang 27 infizierte Patienten gestorben.

Bis zunächst 3. April gelten im gesamten Freistaat weitreichende Ausgangsbeschränkungen, mit deren Hilfe die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll. Das Verlassen der Wohnung ist nur noch bei triftigen Gründen erlaubt wie dem Weg zur Arbeit und zu nötigen Einkäufen. Dringende Arztbesuche sowie Sport und Spaziergänge an der frischen Luft sind möglich - dies aber in der Regel alleine. Gastronomiebetriebe aller Art müssen geschlossen bleiben. Ausnahmen bilden Auslieferungsdienste, Mitnahmeangebote und Drive-in-Schalter.

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