Corona: Städtische Mitarbeiter sammeln mehr Überstunden an

Kontrollen, Krisenstäbe, Bürgeranfragen: Nicht nur die Polizei, sondern auch die Kontrollbehörden in bayerischen Großstädten haben wegen Corona viel zu tun. Trotz gelockerter Auflagen ist der Überstunden-Abbau in einigen Bereichen schwierig.
| dpa
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Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollieren in einem Park die Einhaltung der Schutzmaßnahmen. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild
dpa Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollieren in einem Park die Einhaltung der Schutzmaßnahmen. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Regensburg/München (dpa/lby) - Wegen der Corona-Krise haben die Kontrollbehörden in Bayerns Großstädten deutlich mehr Überstunden geleistet als üblich. Die Mehrarbeit entstand aber nicht nur bei der Kontrolle von Ausgangsbeschränkungen und Hygieneverordnungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Auch Bürgeranfragen, das Bearbeiten von Ausnahmegenehmigungen und die Arbeit in Krisenstäben beschäftigten die Mitarbeiter zusätzlich.

Besonders stark stieg die Zahl der Überstunden in Regensburg: Nach Angaben der Stadtverwaltung arbeiteten die Mitarbeiter dort von März bis Mai 1537 Stunden länger als vertraglich vorgesehen - im Vorjahreszeitraum waren es 213 Stunden.

Die höchste absolute Zahl meldete das Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt: Die Leitung geht dort von mehr als 16 000 Überstunden zwischen Mitte März und Ende April aus. In Nürnberg hatten die Mitarbeiter des Gesundheitsamts ebenfalls alle Hände voll zu tun: Von März bis Mai waren dort 15 statt üblicherweise fünf Vollzeitstellen zur Beantwortung von Bürgerfragen nötig, im Ordnungsamt stieg die Zahl der Überstunden den Angaben nach um 15 Prozent.

Der städtische Ordnungsdienst in Augsburg sammelte von März bis Mai 2300 Überstunden, besonders oft ahndeten die Mitarbeiter dort das Verlassen der Wohnung ohne triftigen Grund. Auch Landshut, Würzburg und Bayreuth meldeten eine deutliche Zunahme oder eine Verdoppelung der Überstunden gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Obwohl die Staatsregierung die Corona-Auflagen gelockert hat, machen die Regelungen in einigen Bereichen weiterhin zusätzlich Arbeit. Mit jedem Schritt seien neue Fragestellungen abzuarbeiten, sagt ein Sprecher der Stadt Nürnberg. Daher sei es in keiner Dienststelle möglich gewesen, Überstunden abzubauen. Als Beispiel nennt das Münchner Kreisverwaltungsreferat die Freischankflächen für Gastwirte: Nach der Wiedereröffnung durften viele Restaurants ihre Außenbestuhlung erweitern, durch die zahlreichen Anträge hatten die städtischen Behörden wieder mehr zu tun.

Damit die Mitarbeiter trotzdem nicht auf ihren Überstunden sitzen bleiben, setzen die Städte auf unterschiedliche Modelle. München zahlt einen Großteil der Arbeit aus, um den Dienstbetrieb aufrecht zu erhalten. In Augsburg können Mitarbeiter die Überstunden auf einem Langzeitkonto ansparen. Die Stadt Landshut hat ihrerseits die Kappung der Überstunden für manche Mitarbeiter komplett ausgesetzt.

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