Corona-Regeln in Bayern: 500 Euro Strafe sind das falsche Argument

Politik-Chefin Natalie Kettinger über das vorweihnachtliche Corona-Hin-und-Her und Markus Söders Vorgehen.
| Natalie Kettinger
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"Bayern ist ein christliches Land" – das hat Ministerpräsident Markus Söder vor nicht einmal zehn Tagen mit staatstragendem Blick in die Kameras gepredigt. Es war seine Begründung dafür, die Kontaktbeschränkungen über die Feiertage zu lockern und selbst in Hotspots mit nächtlicher Ausgangssperre den Besuch der Christmette zu erlauben.

Und nun? Wieder alles ganz anders, gefühlt zum 1.000. Mal: Heiligabend gibt's das Fondue jetzt für den eigenen Hausstand plus maximal vier erwachsene enge Angehörige ((anstatt für erst zehn, dann neun über-14-jährige Personen) – und die Christmette sollen die Kirchen doch bitte vorverlegen, damit sie nicht mit dem plötzlich bayernweiten Ausgehverbot ab 21 Uhr kollidiert.

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Nicht nur die Schäfchen, auch das Erzbistum zeigte sich am Montag irritiert. Ach ja, und beschert wird im Lande Söders nun am Nachmittag – damit alle wieder zu Hause sind, wenn die Streifenwagen zur Kontrolle ausrücken. Dabei ist es völlig egal, ob die Beamten durch einen Hotspot mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 streifen oder nicht – Ausgangssperre freistaatweit! Auch da wurden vergangene Woche noch Unterschiede gemacht.

Nun ja, Geschwätz von gestern... Mit Verlaub, Herr Söder, aber dieses Hü-und-Hott verunsichert die Menschen und macht den einen oder anderen womöglich auch bockig (um beim tierischen Vokabular zu bleiben).

Dabei wäre es gerade jetzt, in der entscheidenden Phase der Pandemie, wichtig, die Menschen von der Sinnhaftigkeit der Maßnahmen zu überzeugen und sie zum Mitmachen zu motivieren. Wobei: Wer ab morgen zur falschen Uhrzeit draußen erwischt wird, zahlt 500 Euro. Mindestens. Das ist durchaus ein Argument - nur leider das falsche.

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