Club-Trainer Hecking: 20 Prozent fehlen noch

Der 45-Jährige will in den kommenden acht Tagen im Trainingslager in Kaprun vor allem an Spritzigkeit und Aggressivität seines Teams arbeiten. Und mehr Druck im Angriff aufbauen
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Und wieder nicht getroffen: „Leider haben wir noch sehr viel zu tun“, weiß auch Leih-Stürmer Julian Schieber vom VfB Stuttgart.
bayernpress Und wieder nicht getroffen: „Leider haben wir noch sehr viel zu tun“, weiß auch Leih-Stürmer Julian Schieber vom VfB Stuttgart.

Der 45-Jährige will in den kommenden acht Tagen im Trainingslager in Kaprun vor allem an Spritzigkeit und Aggressivität seines Teams arbeiten. Und mehr Druck im Angriff aufbauen

NÜRNBERG Mit hochrotem Kopf stapfte Trainer Dieter Hecking nach der gestrigen Vormittagseinheit über das Club-Gelände. Der deutlich erhöhte Blutdruck lag jedoch weniger an der Nulldiät am Vorabend im Test gegen den FK Teplice. Eher darf unterstellt werden, dass es dem Ex-Stürmer etwas an körperlicher Ausdauer mangelt. Denn der 45-Jährige hatte höchstselbst ins Trainingsspiel eingegriffen. Und seiner Offensivabteilung unter anderem mit drei blitzsauberen Toren vorgemacht, was er im heute beginnenden Trainingslager erwartet.

Geballtes Programm am Fuße des Kitzsteinhorns

„Ich habe auf jeden Fall erhöhte Temperatur“, schmunzelte Hecking. Und spielte in Bezug auf seine Assistenten Dirk Bremser und Armin Reutershahn die beleidigte Leberwurst: „Diese Blinden!“ Weil ihm Letzterer, trotz Chef-Bonus völlig korrekt, wegen einer klaren Abseitsstellung einen Treffer aberkannt hatte.

Die richtige Mischung aus konzentrierter Arbeit und nötigem Spaß wird Hecking auch in Kaprun bis kommenden Freitag finden müssen. So kritisch ist er, um einzuräumen: „Uns fehlen noch die letzten 20 Prozent. Aber wir haben ja noch ein paar Tage Zeit.“ Das Programm am Fuße des 3203 Meter hohen Kitzsteinhorns mit seinem beeindruckenden Gletscher ist jedenfalls üppig.

Schwere Beine

Spritzigkeit, Aggressivität, noch mehr Druck in Abwehr und vor allem im Angriff aufzubauen, ist Heckings erklärtes Ziel bei täglich zwei Einheiten: „Wir haben die Phase hinter uns, als dass wir jetzt noch groß im Ausdauerbereich arbeiten müssten. Hinten stehen wir schon ganz ordentlich. Vorne fehlt uns noch einiges an Durchschlagskraft.“ Leih-Stürmer Julian Schieber vom VfB Stuttgart: „Leider haben wir noch sehr viel zu tun.“

Der Kollege Christian Eigler sieht’s ähnlich: „Momentan sind die Beine ziemlich schwer. Wenn die Spritzigkeit kommt, dann können wir noch eine Schippe zulegen.“ Hecking hört’s gerne, wenn den Worten auch Taten folgen. In den Testspielen gegen Antalyaspor am Sonntag und gegen Zweitligist MSV Duisburg zum Abschluss des Trainingslagers am 6. August.

Systemfrage geklärt

Festgelegt hat sich Hecking bereits auf sein System: 4-2-3-1 oder 4-1-3-2 wird die Formel zum Erfolg, sprich Klassenverbleib, lauten. „Auch wir bewegen uns im modernen Fußball“, sagt der Trainer. „Dafür habe ich auch die passenden Leute.“ Weniger für ein Vierer-Mittelfeld mit Raute. „Da gäbe es nur eine Konstellation“ – ohne Alternative im Verletzungsfall eines Leistungsträgers. Und auch von der so genannten „flachen Doppel-Sechs“ mit zwei Abräumern und offensiven Flügeln hält Hecking nicht allzu viel. Grund: „Uns würde die Anspielstation hinter den beiden Spitzen fehlen.“ Das momentan ohnehin nur laue Lüftchen im Sturm würde dann in totale Harmlosigkeit verfallen.

Wesentlich brisanter ist der Kampf um die zwei Plätze in der Innenverteidigung. Kapitän Andy Wolf, der sich laut Hecking „im Spielaufbau gesteigert hat“, Super-Grätscher Dominic Maroh, Neuzugang Per Nilsson (Hoffenheim) und mit Abstrichen Youngster Philipp Wollscheid rangeln um die erste Startreihe. Offiziell will Hecking noch keinen Trend abgeben: „In erster Linie gefällt mir die Konkurrenzsituation. Jeder kann in ein Leistungsloch fallen – warten wir es einfach ab.“ Wer neben Heckings Wunschspieler Nilsson ran darf. . .

Hüttenabend statt Rafting-Tour

In den kommenden acht Tagen in Kaprun muss sich der Kader sortieren. „Wir werden aber auch am Zusammenhalt der Truppe feilen“, sagt Hecking. Er hält aber nichts von künstlich aufgebauschtem Team-Building mit Abenteuer-Ausflügen. „Ein gemütlicher Hüttenabend ist genauso gut wie eine Rafting-Tour.“ Schließlich soll mindestens drei Konkurrenten gegen den Abstieg das Wasser bis zum Hals stehen. Markus Löser

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