Club-Trainer Dieter Hecking: Brandstifter, kein Feuerwehrmann

Der neue Club-Trainer Dieter Hecking erschien mit Ehefrau Kerstin zum Antrittsbesuch und verriet gleich, was der Mannschaft blüht: „Jeder muss die Verbissenheit haben, um jeden Zentimeter zu kämpfen“
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Antrittsbesuch mit Ehefrau: Der neue Club-Trainer Dieter Hecking mit Gattin Kerstin und FCN-Präsident Franz Schäfer (r.).
Wolfgang Zink Antrittsbesuch mit Ehefrau: Der neue Club-Trainer Dieter Hecking mit Gattin Kerstin und FCN-Präsident Franz Schäfer (r.).

Der neue Club-Trainer Dieter Hecking erschien mit Ehefrau Kerstin zum Antrittsbesuch und verriet gleich, was der Mannschaft blüht: „Jeder muss die Verbissenheit haben, um jeden Zentimeter zu kämpfen“

NÜRNBERG Als sich das Blitzlichtgewitter der Fotografen gelegt hatte, entpuppte sich der neue Feuerwehrmann beim Club gleich als Brandstifter. Dieter Hecking, Vollblut-Trainer, 45 Jahre und im August bei Hannover 96 zurückgetreten, sieht sich nicht als Notlösung – obwohl sein Vertrag bis Saisonende befristet ist, sich nur im Falle des Nichtabstiegs automatisch um eine Saison verlängern würde.

"Jeder Grashalm muss brennen"

„Ich muss in jedem Spiel das Gefühl haben, dass die Mannschaft bis zum letzten kämpft“, fordert der ehemalige Offensiv-Spezialist (u.a. Gladbach, Mannheim, Braunschweig) unmissverständlich. „Jeder muss die Verbissenheit haben, um jeden Zentimeter zu kämpfen. Jeder Grashalm muss brennen.“ Freilich weiß Hecking aber auch, dass seine neue Aufgabe keine leicht zu lösende ist. „Ja, das wird die Schwierigkeit sein, diese Mentalität in die Mannschaft reinzubringen.“ Und: „Jeder muss nur auf die Tabelle gucken. Es gibt nur eine Richtung. Wir müssen nach oben kommen.“

Mischung aus Autorität und langer Leine

Diesem Trainer, das werden die Spieler beim von 2. Januar auf 28. Dezember vorgezogenen Trainingsstart ganz schnell spüren, tanzt – anders als vielleicht bei Vorgänger Michael Oenning – keiner auf der Nase herum. Wobei sich Hecking gegen ein Image als rücksichtsloser Haudrauf vehement wehrt: „Ich werde ja gerne als sehr autoritär dargestellt. Aber es geht nicht um Autorität oder darum, ein Kumpeltyp zu sein, sondern darum, dass die Spieler verstehen, sie haben einen Traumjob.“ Folge: „Man muss auch mal autoritär sein, manchmal die lange Leine auspacken – eine gute Mischung eben“, erklärt Hecking.

"Endlich gehörst Du wieder zum arbeitenden Volk"

Nach einem Telefonmarathon am Montagabend mit Club-Manager Martin Bader hatte der fünffache Familienvater schnell Blut geleckt: „Das Feuer ist bei mir wieder da.“ Die Zwillinge Jonas und Aaron (15) frotzelten sofort: „Endlich gehörst du wieder zum arbeitenden Volk.“ Die kleine Charlotte (8) machte nur große Augen, die älteren Töchter Marie-Lena und Theresa, beide schon aus dem Haus, hatten ebenfalls keine Einwände. Also bestieg Hecking gestern zusammen mit Gattin Kerstin den ICE in Hannover, war in drei Stunden am Valznerweiher. „Einfacher und viel bequemer als damals bei der Alemannia“, sagt Hecking über die Pendelei zwischen Aachen und seinem Wohnort Bad Nenndorf. Und weil Bahnfahren so komfortabel ist, sein Vertrag vorläufig nur bis 30. Juni 2010 gilt und drei Kinder schulpflichtig sind, muss er sich nicht durch die Suche nach einem Haus in Nürnberg ablenken lassen.

"Wir werden in aller Ruhe den Kader durchgehen"

Erste Amtshandlung: „Wir werden in aller Ruhe den Kader durchgehen“, sagt Manager Martin Bader, der ob der Turbulenzen in den letzten 48 Stunden einen Skiurlaub und eine Dubai-Reise über die Feiertage stornierte. Hecking hat sich auf mögliche Zu- und Abgänge (siehe Seite 14) noch nicht hundertprozentig festgelegt. Erst will er von jedem einzelnen hören, ob er imstande ist, „zu kratzen und zu beißen. Es muss wieder für jeden Gegner unangenehm sein, gegen den Club zu spielen.“

Tabellenführer mit Riehe-Bad Nenndorf

Ist Hecking als Trainer so erfolgreich wie mit seiner Altherren-Mannschaft von TuS Riehe-Bad Nenndorf, dann kann eigentlich nichts schief gehen. „Sie konnten meinen Wechsel verschmerzen, die sind unangefochtener Tabellenführer.“ In Nürnberg reicht schon Platz 15. Markus Löser

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