Bundespolizei fasst mehr Schleuser: Aber weniger Migranten

Die Bundespolizei hat die Bilanz des Jahres 2018 veröffentlicht. Insgesamt wurden 130 Schleuser an der Grenze gefasst. 
| dpa
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Rosenheim - Die Bundespolizeiinspektion Rosenheim hat an der deutsch-österreichischen Grenze zwischen Chiemsee und Zugspitze im vergangenen Jahr 130 mutmaßliche Schleuser gefasst. Das sei eine Zunahme von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sagte Pressesprecher Rainer Scharf am Dienstag. Dabei sank die Zahl der Migranten auf der sogenannten Brennerroute um rund 30 Prozent auf rund 2800. Möglicherweise vertrauten sich Migranten vermehrt Schleusern an, um angesichts von Grenzkontrollen ihre Ankunft in Deutschland sicherzustellen, hieß es.

Ein Großteil der Schleuser wurde an der durchgehend besetzten Kontrollstelle bei Kiefersfelden auf der A93 festgenommen. Nach längeren Ermittlungen seien auch etwa 20 größere Verfahren gegen Schleuserorganisationen eingeleitet worden. In einem Fall wurden im Juni in Nordbayern Wohnungen durchsucht und Beweismittel sichergestellt. In Aschaffenburg nahmen Beamte einen Iraner als mutmaßlichen Kopf einer Schleuserorganisation fest, die bis zu 6000 Euro von afghanischen und iranischen Migranten kassiert haben soll.

Zeitweise hatten Schleuser 2018 versucht, stärker auf die Nebenroute über Garmisch-Partenkirchen auszuweichen. Zwischen August und Oktober seien dort im Schnitt 80 Migranten pro Monat gefasst worden. Nachdem Schleuserorganisationen ausgehoben wurden, seien die Aktivitäten auf der Route wieder deutlich zurückgegangen, sagte Scharf.

Immer mehr Migranten kommen in Fernreisebussen. Fast 40 Prozent nutzten Busse, ein Drittel wiederum war in Zügen unterwegs. Die lebensgefährliche Fahrt in Güterzügen spielte keine große Rolle mehr.

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