Bund Naturschutz: Bürokratieabbau nicht auf Kosten der Natur

Der neue Chef des bayerischen Bunds Naturschutz (BN) hat davor gewarnt, umweltpolitische Vorgaben als überflüssigen Ballast zu betrachten. "Mich erfüllt mit großer Sorge, dass man sich den Naturschutz als den Hinderungsgrund für Wirtschaftsentwicklung ausgesucht hat", sagte Martin Geilhufe der "Augsburger Allgemeinen".
Bei Entbürokratisierung die Beteiligungsmöglichkeiten für den Naturschutz zu beschränken, sei nicht der Weisheit letzter Schluss. "Dass viele unter Bürokratie leiden, das ist völlig klar, aber wir brauchen gewisse Regeln für das Gemeinwohl", betonte Geilhufe.
Der im November gewählte Verbandschef kritisierte zugleich, dass durch die klimapolitischen Debatten originäre Naturschutz-Themen in den Schatten geraten. So habe zum Beispiel der voraussichtliche neue grüne Ministerpräsident Cem Özdemir in seinem Wahlkampf Klima- und Umweltschutz betont, nicht aber das Thema Naturschutz gespielt.
Geilhufe: Hoffentlich umarmt Söder bald wieder Bäume
Geilhufe verwies auf den Erfolg des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" aus dem sich positive Dinge wie der Streuobstpakt oder ein besseres Naturschutzgesetz entwickelt hätten.
CSU-Ministerpräsident Markus Söder umarme heute anders als damals keine Bäume mehr. "Aber er wird es hoffentlich wieder tun!", sagte der Bund-Naturschutz-Chef. "Vergangenen Sommer hat Markus Söder damit angefangen, Elektrotankstellen einzuweihen", lobte Geilhufe.