Bürger stimmen über Ausbau des Frankenschnellwegs ab

Kaum ein Thema spaltet die Menschen in Nürnberg mehr. Nun müssen sie entscheiden: Bleibt es bei dem milliardenschweren Bauprojekt oder nicht?
dpa |
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Der Streit um den Ausbau hat bereits mehrere Gerichte beschäftigt. Beim Bürgerentscheid haben nur die Nürnbergerinnen und Nürnberger das letzte Wort. (Archivbild)
Der Streit um den Ausbau hat bereits mehrere Gerichte beschäftigt. Beim Bürgerentscheid haben nur die Nürnbergerinnen und Nürnberger das letzte Wort. (Archivbild) © Daniel Löb/dpa
Nürnberg

Der Ausbau des stauanfälligen Frankenschnellwegs in Nürnberg sorgt seit vielen Jahren für Streit in der Stadt und beschäftigte bereits mehrere Gerichte. Nun sind die rund 380.000 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger gefragt. Bei einem Bürgerentscheid am Sonntag sollen sie darüber abstimmen, ob die Stadt die Verkehrsachse für mehr als eine Milliarde Euro ausbauen oder die Pläne stoppen soll. 

Die Abstimmungsräume sind am Sonntag nach Angaben der Stadt von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Viele Nürnbergerinnen und Nürnberger dürften aber bereits per Briefwahl abgestimmt haben. Die Unterlagen dazu hatte die Stadt automatisch an alle Wahlberechtigten verschickt. Ein Ergebnis soll noch am Sonntagabend vorliegen. Dieses ist laut bayerischer Gemeindeordnung so bindend wie ein Beschluss des Stadtrats. 

Umstrittene Pläne

Der Frankenschnellweg ist der innerstädtische Verlauf der Autobahn 73 und wird in Nürnberg zum Nadelöhr, weil mehrere Kreuzungen mit Ampeln den Verkehr ausbremsen. Die Stadt möchte den Durchgangsverkehr deshalb künftig durch einen 1,8 Meter Kilometer langen Tunnel führen. Außerdem sind weitere Lärmschutzwände geplant und im Westen eine dritte Spur. Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei mehr als einer Milliarde Euro, wobei das Land einen Großteil davon tragen wird.

Die Gegner halten das Bauprojekt dagegen für zu teuer und für zu kurz gedacht. Aus ihrer Sicht wird es das Stauproblem nicht lösen, sondern noch mehr Verkehr - vor allem Lastwagen - auf die Strecke ziehen. Profitieren würde demnach nur der Durchgangsverkehr. In den Kosten ist ihren Angaben nach der jährliche Unterhalt des Tunnels und dessen Begrünung noch nicht enthalten und müsste allein von der Stadt finanziert werden. Das Geld würde dann in wichtigen Bereichen wie Bildung, Kultur oder Soziales fehlen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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