Bruno Alexander: "Als würde man sich die Hose runterziehen"

Beziehungstipps von Senta Berger und ein gebrochener Fuß: So war der Dreh von Verhoevens neuem Film "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" für Darsteller Bruno Alexander.
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Bruno Alexander bei der Premiere von "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke".
Bruno Alexander bei der Premiere von "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke". © Sven Hoppe/dpa
München

Bei "Discounter" und "Intimate" konnte Bruno Alexander als Schauspieler und Regisseur machen, was er wollte - jetzt musste er sich wieder an einen normalen Filmdreh gewöhnen. "Ich habe irgendwie immer versucht, einfach diese Schamgrenze zu durchbrechen, damit ich einfach drauflos spielen kann", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview.

Dafür sei er beim Dreh oft bis an seine Grenzen gegangen - manchmal zu weit. "Bei einer Szene habe ich mir dann den Fuß gebrochen." Er sei herumgesprungen, um zumindest vom Schwitzen einen Input zu bekommen, mit dem er arbeiten könne. Sein Resümee: "Hat nicht so viel gebracht."

In der Romanverfilmung "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" spielt Bruno Alexander einen angehenden Schauspielstudenten, der zwischen Kunst und Verlust seinen Platz sucht. Der Film basiert auf dem autobiografischen Bestseller von Joachim Meyerhoff. Alexander spielt den jungen Joachim und muss sich dabei, genau wie sein Charakter, in viele ungewohnte Situationen begeben.

Das sei ihm nicht immer leicht gefallen. "Man spielt einen Monolog und das ist, als würde man sich die Hose runterziehen", beschreibt Alexander das Gefühl. "Man zeigt sich komplett und man kann richtig doll scheitern."

Was Bruno und Joachim gemeinsam haben

Trotz aller Schwierigkeiten habe Alexander sich mit seiner Rolle identifizieren können. "Man möchte etwas erreichen. Und obwohl man schon von zehn Leuten aus 1.000 genommen wurde, hat man trotzdem Zweifel und man fragt sich: "Bin ich gut genug dafür?" Aber trotzdem diese unglaubliche Besessenheit, etwas schaffen zu wollen und ans Ziel zu kommen." Diese Mischung aus Selbstzweifel und Ehrgeiz kenne er gut. 

Um sich auf die Rolle vorzubereiten, habe er eine Vorstellung von Joachim Meyerhoff besucht. Was er sich danach dachte? "Gut, dass ich nicht den jetzigen Joachim Meyerhoff spielen muss, weil der einfach so heftig ist auf der Bühne." Was der jetzige Meyerhoff denkt, beschäftigte den Darsteller.

"Ich war natürlich aufgeregt, wie er den Film findet", gesteht Bruno Alexander. Wie sich herausstellt, eine unbegründete Angst: Bei der Premiere im Mathäser Filmpalast in München sagt Meyerhoff: "Bruno? Fand ich gut."

Beziehungstipps von Senta Berger

Gedreht wurde unter der Regie von Simon Verhoeven, der seine Mutter Senta Berger als Großmutter Inge besetzte. Die Arbeit mit ihr beschreibt Alexander als besonders intensiv. "Vor allem in diesen Szenen, wo der Tod sehr gegenwärtig ist oder vor der Tür steht", habe man gemerkt, dass es mehr sei als nur ein Dreh. "Man hatte das Gefühl, man ist bei was dabei, was wirklich persönlich ist."

Berger, deren Ehemann 2024 gestorben ist, habe dabei eine enorme Präsenz gehabt. "Es war so ehrlich, dass ich das einfach wirklich selber auch dann gespürt habe und eigentlich nur noch reagieren musste", erinnert sich Alexander. Auch abseits der Kamera sei sie für ihn wichtig gewesen. 

"Sie hat mir voll viele Sachen gesagt. Sie hat mir sogar Beziehungstipps gegeben, und das ist natürlich cool von einer Person, die schon sehr viele Beziehungen und intensive, lange Beziehungen hatte, viel erlebt hat. Das habe ich alles mitgenommen und das hat mir immer was gebracht, egal was sie gesagt hat."

Bruno Alexander hat also viel mitgenommen. Eine weitere Lehre aus dem Dreh: "Ich muss mir nicht bei jedem Take den Fuß brechen."

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