Brunnthal: Räuber fesseln Opfer ans Lenkrad

Schwerer Raubüberfall auf einem Parkplatz in Brunnthal: Zwei bislang unbekannte Männer überwältigen einen 28-Jährigen, fesseln ihn ans Lenkrad und machen sich mit seinem Bargeld aus dem Staub.
| Ralph Hub
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Heilfroh, den brutalen Angriff überstanden zu haben: Raub-Opfer Daniele mit seiner Frau Bettina und der gemeinsamen Tochter Emily.
Ralph Hub 3 Heilfroh, den brutalen Angriff überstanden zu haben: Raub-Opfer Daniele mit seiner Frau Bettina und der gemeinsamen Tochter Emily.
"Wie eine Explosion": Das Auto von Daniele N. nach dem Anschlag.
Ralph Hub 3 "Wie eine Explosion": Das Auto von Daniele N. nach dem Anschlag.
Der 28-jährige Einzelhandelskaufmann aus Holzkirchen am Montagabend an seinem beschädigten Fahrzeug.
Ralph Hub 3 Der 28-jährige Einzelhandelskaufmann aus Holzkirchen am Montagabend an seinem beschädigten Fahrzeug.

Brunnthal - "Es ging blitzschnell.“ Daniele N. war am Montagfrüh mit seinem Mazda auf dem Weg zur Arbeit. Bei Hofolding fährt er von der Autobahn ab und biegt in die Staatsstraße nach Sauerlach ein. Plötzlich ein Schlag, die Windschutzscheibe splittert.

Was dann passiert, ist keine Räuberpistole, sondern ein eiskalt geplanter und brutaler Raubüberfall. Der 28-jährige Einzelhandelskaufmann aus Holzkirchen stoppt auf Höhe des Pendlerparkplatzes. Er steht unter Schock. „Es war wie eine Explosion“, sagt er später.

„Die Scheibe hat aber zum Glück gehalten.“ Jemand hat einen Stein auf seine Windschutzscheibe geschleudert. Einer reißt die Tür auf und greift nach dem Kopf seines Opfers Auf der Gegenspur erkennt der Einzelhandelskaufmann einen weißen Kastenwagen, ein unbeleuchteter Mercedes Sprinter.

Lesen Sie hier: Serie von Raubüberfällen auf Frauen in München

Plötzlich tauchen zwei Männer in Tarnkleidung auf. Einer reißt die hintere Tür des Mazda auf. „Er sprang ins Auto und setzte sich hinter mich auf die Rückbank“, sagt Daniele N. „Dann hat er meinen Kopf gepackt, ihn mit beiden Händen an die Nackenlehne gepresst und mich so festgehalten.“

Der junge Familienvater ist den Tätern hilflos ausgeliefert Der Komplize nützt den Überraschungseffekt und fesselt die Hände von Daniele N. mit Kabelbindern ans Lenkrad. Der junge Familienvater ist den beiden Räubern auf der finsteren Landstraße mitten im Wald hilflos ausgeliefert.

Die Täter finden den Geldbeutel des 28-Jährigen. Viel hat der Einzelhandelskaufmann nicht dabei. Gerade Mal 70 Euro fallen den Räubern in die Hände. Ein Päckchen Zigaretten finden sie ebenfalls. Auch das nehmen sie mit.

„Der Überfall dauerte nur wenige Sekunden“, sagt Daniele N. der AZ. „Ich hatte keine Chance gegen die Zwei. Es ging alles blitzschnell.“ Die beiden Männer rennen zu dem Lieferwagen, steigen ein und brausen in Richtung Autobahn davon. Daniele bleibt alleine zurück. Er ist noch immer ans Lenkrad gefesselt.

Die Kabelbinder schneiden in seine Handgelenke. Alleine befreien kann er sich nicht. Über sein Handy kann der Familienvater per Sprachnachricht die Polizei verständigen. Minuten später trifft ein Streifenwagen ein.

Die Beamten zerschneiden die Fesseln. Daniele N. sagt: „Ich bin überglücklich, alles heil überstanden zu haben“. Doch: Die Täter sind verschwunden. Eine Großfahndung läuft. Die Angreifer sind kräftige Männer, etwa 35 Jahre alt. Sie trugen Parkas mit braun-grünem Tarnmuster und sprachen deutsch mit Akzent.

Danach flüchteten die Täter mit ihrem Sprinter in Richtung A8. Die eingeleitete Fahndung der Polizei verlief negativ.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich im Juli letzten Jahres. Dort täuschte eine Frau auf einem Parkplatz in Sauerlach einen Notfall vor –  ein 31-Jähriger hielt an, um zu helfen. Da trat plötzlich ein unbekannter Mann von hinten an ihn heran und versuchte, seine Geldbörse zu stehlen. Bis heute fehlt von den beiden Tätern jede Spur. (AZ berichtete)

 

Täterbeschreibung

 

Männlich, 30-40 Jahre alt, kräftige Statur, sprach Deutsch mit ausländischem Akzent; trugen Jacken mit braun-grünem Tarnmuster, schwarze Handschuhe; weitere Beschreibung nicht möglich.

 

Zeugenaufruf

 

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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