Nächste Hitzewelle schon im Anmarsch? Experte bringt ein Datum ins Spiel

Deutschland atmet auf: Die längste Hitzewelle im Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist vorbei. Mehr als eineinhalb Wochen war es tagsüber heißer als 30 Grad. Am Ende knackten die Temperaturen sogar die 40-Grad-Marke und stellten mit 41,7 Grad einen neuen Rekord für den Juni auf. Doch wie lange können wir durchatmen? Ist die nächste Hitzewelle schon in Sicht? Diplom-Meteorologe Dominik Jung hat für die AZ einen Blick auf die aktuellen Vorhersagen geworfen.
Die lange Hitzewelle im Juni ging mit einem Knall zu Ende: Heftige, teils unwetterartige Gewitter sorgten in Deutschland für einen Temperatursturz und die lang ersehnte Abkühlung. Das Wetter wird jetzt erstmal deutlich wechselhafter. Die Luft wird frischer, die Temperaturen bewegen sich im niedrigen bis mittleren 20-Grad-Bereich, im Südwesten örtlich noch bis 30 Grad. Dazu kommen zeitweise Schauer und Gewitter.
Wird der Siebenschläfer-Zeitraum das Wetter des restlichen Sommers bestimmen?
"Wir befinden uns aktuell genau im sogenannten Siebenschläfer-Zeitraum (27. Juni bis 10. Juli), der erfahrungsgemäß eine hohe Trefferquote für die Prognose der weiteren Sommerwitterung hat", so Jung. Der Siebenschläfer-Tag fällt jedes Jahr auf den 27. Juni. Er zählt zu den sogenannten Lostagen, an denen sich das kommende Wetter entscheiden soll.
Im Fall des Siebenschläfer-Tags nennt die dazugehörige Bauernregel die kommenden sieben Wochen. Laut Deutschem Wetterdienst kommen in dieser Phase Großwetterereignisse vor, die den Witterungscharakter der folgenden Wochen vorgeben können.

Wann kommt die nächste Hitzewelle? Meteorologe hat schlechte Nachrichten
Doch wird das Wetter lange so bleiben, oder steht schon die nächste Hitzewelle bevor? Jung hat nach seinem Blick auf die Wettermodelle erstmal schlechte Nachrichten: Vieles deutet nach aktuellen Vorhersagen auf eine erneute Hitzewelle ab dem 7. Juli hin.
"Die Wettermodelle sind sich noch nicht ganz einig, tendieren aber mehrheitlich zu folgendem Bild: Ein Azorenhoch positioniert sich nach aktuellem Stand erneut über Mitteleuropa. Die Temperaturen können bis zum 9./11. Juli wieder deutlich ansteigen – die Modelle simulieren verbreitet 30 bis 37 Grad, örtlich ist auch die 40-Grad-Marke nicht ausgeschlossen", sagt Jung.
Hitzewelle in München und dem Umland: Was aktuelle Prognosen sagen
Davon weicht aktuell das amerikanische Wettermodell GFS (Global Forecast System) der NOAA ab. Es zeigt eher nachhaltigere Wetterwechsel. "Die kommenden Tage werden zeigen, welches Szenario sich durchsetzt. Fest steht: Der Hochsommer ist noch nicht vorbei, und eine erneute, markante Hitzephase um den 8. bis 11. Juli ist derzeit das wahrscheinlichere Szenario", ordnet Jung ein.

Für München und das Umland sehen aktuelle Vorhersagen ähnlich aus: "Da der Südwesten und Süden Deutschlands in den aktuellen Prognosen tendenziell die höchsten Werte erreichen, würde eine neue Hitzewelle ab dem 7. bis 9. Juli auch München und die Region besonders betreffen"“, sagt der Diplom-Meteorologe. Die Temperaturen können dabei leicht 35 Grad erreichen oder sogar überschreiten.
Bei den Prognosen für die nächste Hitzewelle handelt es sich um erste Trends, keine Tagesprognosen. Die Vorhersagen können sich noch ändern. Je näher das Datum rückt, desto genauer werden die Prognosen.