Botschaftsrätin für Freihandelsabkommen sehr optimistisch

Die britische Botschaftsrätin Rachel King sieht gute Chancen für ein weitreichendes Freihandelsabkommen mit der EU noch dieses Jahr. Die Voraussetzungen seien viel günstiger als bei den Verhandlungen der EU mit Norwegen oder Japan, weil das Vereinigte Königreich heute überall EU-Standards habe.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Europaflaggen wehen vor dem Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel. Foto: Michael Kappeler/dpa
dpa Europaflaggen wehen vor dem Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel. Foto: Michael Kappeler/dpa

München - Die britische Botschaftsrätin Rachel King sieht gute Chancen für ein weitreichendes Freihandelsabkommen mit der EU noch dieses Jahr. Die Voraussetzungen seien viel günstiger als bei den Verhandlungen der EU mit Norwegen oder Japan, weil das Vereinigte Königreich heute überall EU-Standards habe. "Wir sind optimistisch, dass wir bis Jahresende viel erreichen", sagte die Leiterin der EU- und Wirtschaftsabteilung der Botschaft am Freitag in München.

Generalkonsul Simon Kendall sagte: "Freihandel wird das Herz unserer Politik sein." In der EU müssten sich immer 27 Mitgliedsstaaten einigen. Großbritannien könne nun einfacher verhandeln, sagte King mit Blick auf französische Agrarinteressen oder neue Technologien: "Großbritannien ist ein sehr offenes, innovatives Land. Hier könnten wir neue Möglichkeiten finden."

Großbritannien werde nicht mehr automatisch die EU-Standards übernehmen, aber das Niveau halten. Auch die britische Bevölkerung wolle Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte, Verbraucherschutz. Das Land habe nach der Finanzmarktkrise strengere Regeln als die EU erlassen und ein Gesetz für Klimaneutralität bis 2050.

Aber "wir möchten unsere eigene Migrationspolitik, das heißt keine Personenfreizügigkeit", sagte King. "Wir sind ein weltoffenes Land, aber wir möchten unsere eigenen Regeln." Für die rund vier Millionen Menschen, die heute als EU-Bürger auf der Insel oder als Briten auf dem Kontinent lebten, ändere sich nichts, lebenslang. Verhandelt werden müsse aber, wie zum Beispiel BMW ab 2021 neue Mitarbeiter ins Werk Oxford entsenden könne. "Es ist im Interesse beider Seiten, eine gute Lösung zu finden." Anfang März könnten die Verhandlungen starten, dann könnte alle drei Wochen ein Treffen stattfinden.

Die EU-Fahne vor der Botschaft und den Konsulaten würden am Abend eingeholt. Aber Großbritannien bleibe Teil Europas, als große Volkswirtschaft, Partner in der Klimapolitik, Nato-Atommacht und ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat. Wichtiger würden die bilateralen Beziehungen, sagte der Generalkonsul.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren