Bodensee trocknet aus: Schockierende Bilder zeigen beliebtes Ausflugsziel

Diese Bilder sind spektakulär, leider. Vertrocknete Ufer, ausgebleichte Muscheln, auf dem Trockenen sitzende Boote und Schiffe, der See Hunderte von Metern entfernt von Badestränden und Hafeneinfahrten.
"So was haben wir noch nie erlebt!", das sagen Einheimische und Urlauber unisono. Der Bodensee schrumpft gerade gewaltig. Besonders deutlich ist das im westlichen und flacheren Teil des Sees zu sehen. Vor Konstanz tauchen großflächige Untiefen aus dem Wasser auf, stehen Reiher im seichten Nass, wo sonst Schiffe unterwegs sind.

Vor der bei Urlaubern und Kurgästen beliebten Halbinsel Mettnau ist die sogenannte Liebesinsel trockenen Fußes erreichbar. Bald könnte es auch möglich sein, von der Mettnau hinüber zur Weltkulturerbeinsel Reichenau quasi übers Wasser zu wandeln.
Seit März 1972 war das nicht mehr möglich
Vor mehr als einem halben Jahrhundert war diese ganz besondere Wanderung letztmals machbar, im März 1972 feierten die Menschen dort ein Fest, die Musikkapelle spielte auf dem trockenen Seegrund.
Im populären Strandbad von Horn auf der Höri herrscht hingegen tote Hose, daran ändert auch das Angebot nichts, die Liegestühle unter den schattigen Pappeln mit Blick hinüber aufs Schweizer Ufer gratis benutzen zu dürfen.

"Ich musste gerade meine beiden Kinder aus dem Schlamm ziehen", erzählt ein Vater. Sie waren beim Versuch, badetiefes Wasser zu erreichen, auf halbem Weg stecken geblieben.
Seegrund wie eine Wüste
Das normalerweise gern besuchte "Badi" in Güttingen im Schweizer Kanton Thurgau besteht nur noch aus Liegewiese. Vom Ufer aus erstreckt sich der nun wüstenartig anmutende ehemalige Seegrund weit hinaus bis zur Wassergrenze. Auch vor Lindau und bei Friedrichshafen herrscht Ebbe.

Seit vergangenem November hat es nicht mehr dauerhaft geregnet, in den Alpen fiel zu wenig Schnee, der Hauptzufluss Rhein kann die enorme Wasserverdunstung nicht mehr ausgleichen. Während der monatelang andauernden Hitzewelle verdunstete pro Sekunde die Menge eines Tanklastzuges mit 30 Kubikmetern Inhalt! Satter Landregen ist nicht in Sicht, das Warten aufs Wasser von oben geht weiter, an Deutschlands größtem Binnensee.