Bodensee trocknet aus: Schockierende Bilder zeigen beliebtes Ausflugsziel

Viele Flüsse und Seen haben aktuell einen Mini-Wasserstand. So auch der Bodensee. Neue Aufnahmen zeigen das ganze Ausmaß. Bald kann man wohl auch einen Weg einschlagen, der seit 1972 nicht mehr möglich war.
Lutz Bäucker |
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Wie in einem Salzsee: vor der Insel Reichenau im Bodensee.
Wie in einem Salzsee: vor der Insel Reichenau im Bodensee. © Lutz Bäucker

Diese Bilder sind spektakulär, leider. Vertrocknete Ufer, ausgebleichte Muscheln, auf dem Trockenen sitzende Boote und Schiffe, der See Hunderte von Metern entfernt von Badestränden und Hafeneinfahrten.

"So was haben wir noch nie erlebt!", das sagen Einheimische und Urlauber unisono. Der Bodensee schrumpft gerade gewaltig. Besonders deutlich ist das im westlichen und flacheren Teil des Sees zu sehen. Vor Konstanz tauchen großflächige Untiefen aus dem Wasser auf, stehen Reiher im seichten Nass, wo sonst Schiffe unterwegs sind.

Der Steg am Nordufer der Reichenau.
Der Steg am Nordufer der Reichenau. © Lutz Bäucker

Vor der bei Urlaubern und Kurgästen beliebten Halbinsel Mettnau ist die sogenannte Liebesinsel trockenen Fußes erreichbar. Bald könnte es auch möglich sein, von der Mettnau hinüber zur Weltkulturerbeinsel Reichenau quasi übers Wasser zu wandeln.

Seit März 1972 war das nicht mehr möglich

Vor mehr als einem halben Jahrhundert war diese ganz besondere Wanderung letztmals machbar, im März 1972 feierten die Menschen dort ein Fest, die Musikkapelle spielte auf dem trockenen Seegrund.

Im populären Strandbad von Horn auf der Höri herrscht hingegen tote Hose, daran ändert auch das Angebot nichts, die Liegestühle unter den schattigen Pappeln mit Blick hinüber aufs Schweizer Ufer gratis benutzen zu dürfen.

Im Strandbad von Horn herrscht Ebbe.
Im Strandbad von Horn herrscht Ebbe. © Lutz Bäucker

"Ich musste gerade meine beiden Kinder aus dem Schlamm ziehen", erzählt ein Vater. Sie waren beim Versuch, badetiefes Wasser zu erreichen, auf halbem Weg stecken geblieben.

Seegrund wie eine Wüste

Das normalerweise gern besuchte "Badi" in Güttingen im Schweizer Kanton Thurgau besteht nur noch aus Liegewiese. Vom Ufer aus erstreckt sich der nun wüstenartig anmutende ehemalige Seegrund weit hinaus bis zur Wassergrenze. Auch vor Lindau und bei Friedrichshafen herrscht Ebbe.

So sieht es dort aktuell nicht aus: Ein Luftbild von der Insel Reichenau ohne Niedrigwasser.
So sieht es dort aktuell nicht aus: Ein Luftbild von der Insel Reichenau ohne Niedrigwasser. © imago/Eibner-Pressefoto/Kuhnle

Seit vergangenem November hat es nicht mehr dauerhaft geregnet, in den Alpen fiel zu wenig Schnee, der Hauptzufluss Rhein kann die enorme Wasserverdunstung nicht mehr ausgleichen. Während der monatelang andauernden Hitzewelle verdunstete pro Sekunde die Menge eines Tanklastzuges mit 30 Kubikmetern Inhalt! Satter Landregen ist nicht in Sicht, das Warten aufs Wasser von oben geht weiter, an Deutschlands größtem Binnensee.

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14 Kommentare
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  • loeweauch77 am 26.08.2026 04:56 Uhr / Bewertung:

    Grundsätzlich muss ich sagen, dass es ganz schön weht tut, einzelne Flüsse, Seen und Inseln so zu erleben. Das hätte ich meiner tiefen Verbundenheit zum Wasser gerne erspart. Wenn so enorme Brachflächen entstehen, man realisiert, dass eine gelbe Farrinnen Boje gute 150 Meter vom Fluss entfernt auf dem Kiesbett liegt, fest verankert, dann macht das was mit einem. Du stehst mitten im Rhein, aber empfängst keine Strömung, weil sie einfach weg ist. Also mit mir macht das was....

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  • gubr am 26.08.2026 08:12 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von loeweauch77

    Über den Bodensee wird man sich wahrscheinlich weniger Gedanken machen müssen. Die aktuelle Hitze und die höheren Temperaturen allgemein führen ja auch zu eier größeren Verdunstung. Irgendwann wird das in der Luft gebundene Wasser auch wieder in flüssiger Form zurückkommen, leider wahrscheinlich als Unwetter. Deshalb wird irgendwann auch der Bodensee wieder mehr Wasser führen. Das ist wohl so ähnlich wie es beim Gardasee vor ein paar Jahren war. Dass es aber immer mehr Sommer wie diesen geben wird, ist leider sehr wahrscheinlich.

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  • Candid am 25.08.2026 20:06 Uhr / Bewertung:

    Tino Chrupalla (einer der AfD-Chefs) sprach doch von einer "Panikmache" und einem "Klima-Hype".
    Einen außergewöhnlichen Sommer erkenne er nicht. Er habe auch für diesen Sommer nicht gesehen, dass wir einen exorbitant unterschiedlichen Sommer hatten zu anderen Jahren.
    Auch sagte er, dass das Klima sei "graduell ein Nebenthema", mit dem man "von den wirklichen Problemen ablenken will".

    Es ist schon eine Frechheit, dass sich der Bodensee nicht daran hält.

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